Näher, als man denkt

Aus den Berichten von Unternehmen mit Auslandsvertretungen über tatsächliche Fälle eines Daten- und Wissensverlusts ergibt sich, dass der Schwerpunkt des Schadens in Deutschland (52 %) und in den Niederlassungen bzw. den Hauptsitzen in Westeuropa (31 %) lag. Die höchsten Risiken eines Daten- und Wissensverlusts drohen Unternehmen somit primär im Heimatland. Eine Erklärung hierfür ist, dass Forschung und Entwicklung weniger in den Emerging Markets betrieben wird als vielmehr in den westlichen Industrieländern. Die „intellektuellen Kronjuwelen“ der Unternehmen liegen hier.

Betrachtet man das Täterprofil, so stammt rund die Hälfte der externen Täter (vermutlich) aus Deutschland oder Westeuropa (zusammen 54 %). Etwa ein Viertel der externen Täter war chinesischer Herkunft (24 %) und die verbleibenden kamen aus Russland und anderen Ländern bzw. Regionen. Allerdings ist einschränkend anzumerken, dass viele Unternehmen den Ursprung eines Angriffs nicht kennen, sodass unsere Ergebnisse hinsichtlich der Tätermerkmale nur eine Annäherung an die Wirklichkeit darstellen.

Unsere Ergebnisse decken sich weitgehend mit den Erkenntnissen des BKA zur OK im Zusammenhang mit dem Wirtschaftsleben, so die Bezeichnung des BKA. Laut der Behörde handelt es sich nicht – wie vielfach fälschlicherweise angenommen – überwiegend um ausländische Täter, sondern bei jedem zweiten um einen deutschen Staatsangehörigen. Die OK-Risiken mögen außerhalb Deutschlands sehr viel höher sein, sollten aber auch in Deutschland nicht unterschätzt werden. Dies gilt insbesondere für die Aktivitäten der OK im Bereich Cybercrime, wie wir oben bereits erläutert haben.

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