Interview

Die Zukunft ist elektrisch

Als wir im vergangenen Jahr unser Konzeptfahrzeug Concept 360c vorstellten, haben wir damit auch eine Idee gesät. Die Idee für die Zukunft des Transports. Drei starke Kräfte treiben den Wandel in der Automobilindustrie derzeit vehement voran: Elektrifizierung, autonomes Fahren und Konnektivität. Wir stellen uns eine Zukunft vor, in der die Menschen die Freiheit haben, ihre Zeit im Auto mit anderen Dingen verbringen zu können, als mit dem Fahren selbst – da ihr Elektrofahrzeug dann mit seiner Umwelt vollvernetzt ist und vollkommen selbstständig fahren kann. Eine Zukunft, in der Autos keine negativen Auswirkungen mehr auf die Umwelt haben und sich nahtlos in nachhaltige städtische Transportnetze einbinden lassen.

Das Szenario, das von unserem Concept 360c verkörpert wird, mag noch sehr weit in der Zukunft liegen, aber es zeigt, wie eine nachhaltige Zukunft der Mobilität aussehen könnte und wie wir unsere Städte lebenswert gestalten können. Unsere Initiativen in den Bereichen Elektrifizierung, vernetzte Services und neue Mobilitätsmodelle sind wichtige Schritte in diese Richtung. Mit „Freedom to Move“ haben wir unser Unternehmensziel definiert. Dabei geht es darum, möglichst individuelle, nachhaltige und sichere Mobilitätslösungen für die Menschen zu schaffen.

Unsere elektrische Zukunft

Wer die Welt um uns herum beobachtet, weiß, dass es nicht länger nachhaltig ist, jedes Jahr 80 Millionen neue Autos zu produzieren, die meisten davon mit Verbrennungsmotor. Die Klimaerwärmung ist wohl die größte Herausforderung für unsere Gesellschaft. Und während wir begreifen, dass wir Teil des Problems sind, sind wir fest entschlossen, auch Teil der Lösung zu sein. Der Verbrennungsmotor hat einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung und zum Wohlstand unserer Gesellschaft und der Welt geleistet, aber nun ist es Zeit für unsere Industrie, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Der Fortschritt wartet auf niemanden, und für uns bei Volvo ist klar: Unsere Zukunft ist elektrisch.

Mårten Levenstam wurde 2018 als Senior Vice President, Strategy & Business Ownership in das Executive Management Team der Volvo Car Group berufen. Mehr lesen »

Mårten Levenstam wurde 2018 als Senior Vice President, Strategy & Business Ownership in das Executive Management Team der Volvo Car Group berufen. Zuvor war er Vice President für die Gesamtproduktstrategie bei Volvo Cars. Mårten hat einen M.Sc. in Fahrzeugtechnik und einen Doktortitel in Strömungsmechanik vom renommierten Royal Institute of Technology in Stockholm erworben und begann 2000 bei Volvo Cars als Mathematiker im Safety Center des Unternehmens. Weniger lesen »

Natürlich können wir einen solchen Wandel nicht über Nacht vollziehen; die Kundennachfrage bleibt eine der Hauptantriebsfedern in unserer Branche. Doch unsere Plug-in-Hybride und auch unsere 48-Volt-Mild-Hybrid-Technik zeigen, dass wir die Entwicklung hin zu einer vollständigen Elektrifizierung weiter vorantreiben. Noch in diesem Jahr werden wir das erste von mehreren vollelektrischen Volvo Modellen vorstellen. Schon Mitte des nächsten Jahrzehnts wird voraussichtlich die Hälfte unseres globalen Absatzvolumens aus vollelektrischen Volvo Fahrzeugen bestehen.

Elektrifizierung durch Kooperation

Dieser radikale Wandel betrifft nicht nur Volvo selbst, sondern auch unsere Lieferanten, mit denen wir auf neue Art zusammenarbeiten müssen. Wie diese kooperative Herangehensweise aussieht, zeigt beispielsweise unsere kürzlich unterzeichnete Multi-Millionen-Vereinbarung mit den beiden führenden Batterieherstellern CATL aus China und LG Chem aus Südkorea. Sie werden uns mit allen Lithium-Ionen-Batterien beliefern, die wir für die elektrifizierten Volvo und Polestar Modelle benötigen, die wir in den kommenden zehn Jahren auf den Markt bringen. Die Vereinbarungen sind ein wichtiger Mosaikstein, damit wir unsere Elektrifizierungsziele erreichen können. Beide Unternehmen teilen zudem unsere Ziele im Hinblick auf eine verantwortungsvolle Beschaffung.

Das Problem der Klimaerwärmung muss von der Gesellschaft als Ganzes gelöst werden. Und so erfordert auch der Weg zur Elektrifizierung die Zusammenarbeit verschiedener Partner. Die Anzahl an Elektrofahrzeugen auf unseren Straßen lässt sich nur dann steigern, wenn auch die Lade-Infrastruktur ausgebaut wird.

Auch die Stromindustrie muss mitspielen

Ein weiterer wichtiger Faktor, den es zu berücksichtigen gilt, ist die Widerstandsfähigkeit der nationalen Stromnetze. Wenn die Gesellschaft die Elektrifizierung so annimmt, wie wir es erwarten, dann wird sich der Druck auf die Energieerzeugung und die Verteilernetze weiter erhöhen. Daher muss auch die Stromindustrie in diesem Prozess eine wichtige Rolle übernehmen und in die Leistungsfähigkeit ihrer Infrastruktur investieren.

Und schließlich gibt es einen Widerspruch, den wir gemeinsam lösen müssen: Zwar sind Elektroautos günstiger zu fahren – in der Anschaffung aber sind sie teurer als ein Modell mit Verbrennungsmotor. Zum Teil ist das eine vorübergehende Herausforderung, denn durch die Weiterentwicklung der Batterietechnik und die steigende Nachfrage nach Elektroautos werden die Batteriekosten weiter sinken. Erforderlich sind aber auch steuerliche und gesetzliche Anreize – und neue Arten der Mobilität und des Zugangs zu Fahrzeugen.

Dabei denke ich an unser Auto-Abo Care by Volvo. Wir bieten elektrifizierte Autos im Abo an – und machen dadurch aus einer teuren Investition ein leicht zugängliches Produkt. Noch steckt dieses Vertriebsmodell in den Anfängen, aber wir sind davon überzeugt, dass es für viele Kunden zu einer sehr beliebten Mobilitätsoption werden wird. Ein Auto zu einer monatlichen Flatrate zu abonnieren und komfortabel wie einen Streamingdienst für Musik oder TV-Serien zu nutzen: Für eine ganz neue Generation von Kunden besitzt das eine hohe Anziehungskraft.

Ein höheres Ziel

Zu Beginn dieses Beitrags habe ich unser Unternehmensziel erwähnt. In „Freedom to Move“ steckt auch der Gedanke, dass das Auto einst ein Freiheitssymbol war. Sich hinters Lenkrad setzen, das Fenster herunterlassen und einfach losfahren: Das hat Generationen von Autofahrern inspiriert. Wer heute auf dem täglichen Weg zur Arbeit im Stau steht, für den ist dieses Gefühl der Freiheit verloren gegangen. Doch wir wollen es zurückbringen. Denn ein Automobilunternehmen der Zukunft muss aus meiner Sicht ein höheres Ziel verfolgen als nur den Verkauf von Fahrzeugen.

Meinem Team erzähle ich häufig, dass Vorhersagen zwar für den Wetterbericht nützlich sind, aber weniger für eine Geschäftsstrategie. Ich sage aber auch: Ihr könnt die Zukunft beeinflussen. Wir haben uns entschieden, welche Zukunft wir haben wollen, und wir investieren in diese Zukunft. Ob unsere Kunden nun für ein paar Stunden, ein paar Wochen oder ein Jahr einen Zugang zu einem Auto haben möchten: Wir werden es möglich machen. Aber egal, für welches sie sich entscheiden: Sie können sicher sein, dass der Volvo der Zukunft elektrisch, vernetzt und in der Lage sein wird, selbstständig zu fahren.

Bildnachweis: © Volvo

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