Konzern in der Wolke

Deutschen Weltkonzernen eilt der Ruf voraus, nicht gerade zu den Vorreitern von technologischen Innovationen zu zählen, dann aber umso erfolgreicher aufzuholen. Ein Paradebeispiel dafür ist der Werdegang von MindSphere, dem offenen und cloudbasierten Betriebssystem für das Internet der Dinge, das Siemens entwickelt hat. Als der Technologiekonzern die Plattform im Herbst 2016 auf einer Industriemesse erstmals unter ihrem Markennamen präsentierte, hatte er bereits sechs Jahre Vorarbeit investiert. Zuerst als Strategieprojekt, das über detaillierte Datenanalysen herausfinden sollte, wie sich Kundenservices für die Wartung und den Betrieb von Maschinen effizienter gestalten ließen. Dann erfolgte der Schritt vom Server in die offene Cloud, um dort eine Plattform für alle digitalen Daten zu schaffen, also auch für die Produkte anderer Hersteller, die Siemens-Kunden verwenden.

Mit MindSphere hat Siemens ein offenes IoT-Betriebssystem entwickelt. Es arbeitet cloudbasiert und ermöglicht im Rahmen von Industrie 4.0, Systeme, Maschinen, Anlagen und Produkte zu verbinden sowie Daten zu analysieren und für Prozesse zu nutzen. (© Siemens AG)

Mit MindSphere hat Siemens ein offenes IoT-Betriebssystem entwickelt. Es arbeitet cloudbasiert und ermöglicht im Rahmen von Industrie 4.0, Systeme, Maschinen, Anlagen und Produkte zu verbinden sowie Daten zu analysieren und für Prozesse zu nutzen. (© Siemens AG)

Zu diesem Zeitpunkt hatte der US-Rivale General Electric mit der Plattform Predix bereits ein Produkt platziert, das nach den Worten von Konzernlenker Jeffrey Immelt „ein neues Servicelevel für die industrielle Welt“ darstellte. Siemens reagierte. Und etablierte MindSphere ab 2017 als Plattform für immer mehr Branchen. Konzernintern für die Geschäftsbereiche Mobilität, Gebäudetechnik und Energieerzeugung, extern über ein Ökosystem von aktuell 350 Vertragspartnern auch in anderen Bereichen wie dem IT-Sektor. MindSphere stellt dabei die verschlüsselte Übermittlung von Informationen wie Sensordaten sicher und ist in der Lage, umfangreiche Analysen auf der Grundlage von zuvor definierten Regeln durchzuführen. Das Betriebssystem ermöglicht Partnerunternehmen, einen digitalen Zwilling ihrer Anlagen zu schaffen. So lassen sich Umbauten simulieren, aber auch Daten zur Auslastung auswerten mit dem Ziel, Maschinen vor einem Ausfall frühzeitig zu warten.

18

deutsche Industrieunternehmen sind Partner bei MindSphere.

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Erklärtes Ziel von Siemens ist es, die globalen Standards für das industrielle Internet zu setzen – gegen Konkurrenten wie Predix oder EcoStruxure von Schneider Electric. Anfang 2018 rief der Konzern den Verein MindSphere World ins Leben und holte sich 18 deutsche Industrieunternehmen als Partner ins Boot, darunter den Roboterhersteller Kuka und Trumpf Werkzeugmaschinen. Zugleich wird der Anwenderkreis immer internationaler. So unterzeichneten Siemens und Alibaba Cloud im Juli 2018 eine Absichtserklärung, die vorsieht, das industrielle Internet der Dinge in China zu fördern.

Bildnachweis: © Siemens AG

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