Interview

„Mein nächstes großes Ding“

Der Markt für Betriebsrenten ist ja ein recht eigenes Fach. Wie sind Sie auf dieses Thema gestoßen?
Das ist eine sehr spezielle Geschichte. Und die hat damit zu tun, dass es früher bei OpenBC, wie Xing anfangs hieß, nur die Möglichkeit gab, Direktkontakte zu knüpfen. Martin Bockelmann, der Gründer von xbAV, hatte dort aber eine München-Gruppe ins Leben gerufen, was mir überhaupt nicht gefallen hat. Das habe ich ihm auch deutlich gesagt. Für ihn war das aber ein tolles Akquise-Instrument, und im Laufe der Zeit entstanden immer mehr Gruppen auf der Plattform. Über den anfänglichen Zwist hinaus intensivierte sich mein Kontakt mit Martin aber im Laufe der Zeit, und wir rauften uns zusammen. Irgendwann, so etwa 2010, hat er mir xbAV vorgestellt und mich vom Erfolgspotenzial der Plattform überzeugt.

Welche Rolle spielen Sie bei xbAV?
Ich bin maßgeblicher Investor und Vorsitzender des Aufsichtsrates der xbAV AG. Als solcher mische ich mich nicht ins Tagesgeschäft ein, aber meine Rolle interpretiere ich schon recht offensiv und aktiv. So habe ich auch mitgeholfen, weitere maßgebliche Mitstreiter und Investoren zu gewinnen. Im vergangenen Herbst haben wir eine Finanzierungsrunde von 21 Millionen Euro von namhaften Investoren und Netzwerkern für den weiteren Ausbau der Plattform zusammengebracht.

Wie haben Sie das Unternehmen zu einer Plattform für das Management von Betriebsrenten weiterentwickelt?
Die Versicherungsbranche bewegt sich sehr langsam, da kommt sie fast an das Öl- und Gasgeschäft heran. Aber anders als etwa die Banken ist sie aufgrund der Langfristigkeit der Vertragslaufzeiten ihrer Kunden weniger gefährdet für Disruption. Wir haben daher zunächst begonnen, erste Bereiche zu digitalisieren und das dann schrittweise ausgerollt. Entscheidend war dabei, maßgebliche Player der Branche von der Sinnhaftigkeit der Lösung zu überzeugen, denn so etwas geht nur mit denen gemeinsam. Aber das ist ja das Typische und auch der Vorteil einer Plattform: Jeder Einzelne der Beteiligten in dem Verwaltungsprozess hätte das Thema wegen des immens hohen Aufwands nicht alleine angefasst.

Wie sehen Sie die Weiterentwicklung dieser Plattform? Lassen sich über die Plattform auch Lebensversicherungen kostengünstiger managen?
Wir bieten zunächst dem Versicherten einen transparenten und schnellen Einblick über den Stand seiner betrieblichen Altersvorsorge. Das lässt sich natürlich auch auf weitere Versicherungsbereiche ausweiten. Deutschland alleine ist da ein riesiger Markt, und wir haben erst einen kleinen Teil davon anvisiert. Und in den übrigen europäischen Märkten gibt es ähnliche Herausforderungen und insgesamt Versicherungspolicen in Billionenhöhe. Ich sehe da ein enormes Expansionspotenzial.

Das hört sich so an, als sei das Ihr kommendes „großes Ding“. Hat die Plattform das Zeug zu Ihrem nächsten „Unicorn“?
Ja, ich gehe davon aus, dass diese Plattform mein nächstes großes Ding wird. Denn sie hat auf jeden Fall ein gewaltiges Potenzial, das auch weit größer ist als Xing, das ja bekanntermaßen ein „Unicorn“ ist.

Bildnachweis: © Cinco Capital GmbH

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