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Erfolgreiche Rosskur

Detlef Borghardt, Vorstandschef des LKW-Zulieferers SAF-Holland, hat seine Lektion gelernt. Wie kaum ein zweiter Zulieferer wurde das Unternehmen aus Bessenbach bei Aschaffenburg durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09 erschüttert. „Diese Erfahrung“, seufzt Borghardt rückblickend, „braucht keiner ein zweites Mal.“

Ein Blick auf die Geschäftszahlen nach neun Monaten 2015 zeigt: Das fränkische S-Dax-Unternehmen steht heute wieder glänzend da. Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf knapp 818 Millionen Euro, der Betriebsgewinn kletterte sogar um mehr als 32 Prozent auf fast 74 Millionen Euro. Dabei half dem Unternehmen, das unter anderem Achsen, Lenkungen und Federungen für LKW-Anhänger baut, der im Vergleich zum Euro starke Dollar. Aber das Unternehmen hat offenbar auch die richtigen Lehren aus der existenzbedrohenden Krise gezogen. Nach der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers verfügte Borghardt zunächst einen weltweiten Ausgaben-Stopp. Das Unternehmen kürzte seine Lagerbestände, die fortan statt 77 Tagen nur noch 43 Tage reichen. Die geplanten Ausgaben für Investitionen konnten sogar halbiert werden. Von weltweit 23 Werken ließ CEO Borghardt sieben verkaufen, befristet stilllegen oder ganz schließen. Binnen 15 Monaten sparte das Unternehmen mit dieser Rosskur 60 Millionen Euro.

Borghardt tritt aber nicht nur auf die Kostenbremse, sondern geht einen Schritt weiter. Um möglichst nie mehr kalt von einem Nachfrageeinbruch auf einem wichtigen Markt erwischt zu werden, hat das Unternehmen sein Geschäft auf weitere regionale Märkte ausgeweitet. 2008 entfielen auf Europa und Nordamerika noch 96 Prozent des Umsatzes, die übrige Welt steuerte nur vier Prozent bei. In Windeseile ließ Borghardt neue Niederlassungen und Ersatzteilzentren in der Türkei, Dubai, Mexiko und Malaysia hochziehen.

Bildnachweis: PR (10)

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