Interview

„Virtuell durch den Fertigungsprozess führen“

Wozu brauchen Sie noch Menschen in der digitalen Fabrik? Welche Rolle spielen sie?
Die menschenleere Fabrik wird es bei uns nicht geben. Ganz im Gegenteil, aktuell suchen wir zusätzliche 3.000 Mitarbeiter. Mit den neuen Kundenaufträgen wird der Standort in Graz auf mehr als 9.000 Mitarbeiter erweitert werden. Der Mensch spielt also weiterhin eine wesentliche Rolle. Aber wir müssen die Mitarbeiter so gut wie möglich über diese neuen technologischen Herausforderungen informieren und die Aus- und Weiterbildungen an diese neuen Anforderungen anpassen.

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Welche Voraussetzung brauchen die Mitarbeiter?
Am Beispiel der Instandhalter, die immer mehr zu Universalisten ausgebildet werden müssen, lässt sich diese Veränderung am besten veranschaulichen. Zusätzlich zum umfangreichen mechatronischen Know-how wird in Zukunft auch ein breites IT-Wissen erforderlich sein.

Wie gestaltet sich diese Ausbildung und Organisation?
Wir arbeiten an der Möglichkeit des virtuellen Trainings, um jeden einzelnen Mitarbeiter systemgestützt an einem virtuellen Modell durch den gesamten Fertigungsprozess zu führen. Dabei können die Arbeitsschritte ohne physische Hardware virtuell trainiert und optimiert werden. Wir verfolgen hierbei einen sogenannten „Gamification-Ansatz“, einen spielerischen Zugang zu den Lerninhalten. Für die Mitarbeiter sind die Produktionsprozesse damit leichter und schneller erfassbar. Zusätzlich ermöglicht diese Methode direktes Feedback für die Prozessplanung. Damit kann die Schulung in den Projekten früher erfolgen und der Schulungsprozess insgesamt verkürzt werden.

Was soll Ihre Smart Factory im Jahr 2020 können, was sie heute noch nicht kann?
Die Nutzung der virtuellen Welt wird auch in der Produktion zunehmen. Analog wie in den Fahrzeugen werden Assistenzsysteme zur Bewältigung der zunehmenden Komplexität in den Fertigungsbereichen eingesetzt werden. Dabei werden die neuen Devices im Mixed-Reality-Umfeld eine wesentliche Rolle spielen. Unser primäres Ziel ist natürlich, alle pilothaft erprobten Technologien und Use-Cases werksweit auszurollen.

Bildnachweis: Magna Steyr/PR(4), pagadesign/GettyImages

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