Simba Dickie: spielend in neue Märkt

Durch Zukäufe und eigene Marken hat Michael Sieber ein Spielzeuguniversum geschaffen, das 2016 einen Umsatz von 640 Millionen Euro erzielte. Und wie andere Familienunternehmen ist die Simba Dickie Gruppe mit einer Eigenkapitalquote von rund 60 Prozent weitgehend unabhängig von Fremdfinanzierung. Das Gespür für Marken und Märkte, aber auch dafür, das Geld zusammenzuhalten, hat Sieber seit der Kindheit geprägt. Vater und Großvater, die aus dem Erzgebirge stammten, fertigten in ihrer 1946 gegründeten Firma SISO Nussknacker, Puppenstuben und Holzspielzeug, ehe sich Michael Siebers Vater nach der Flucht in den Westen 1959 im Spielwarenzentrum in Nürnberg niederließ.

Die 1982 gegründete Simba Toys wuchs schnell mit ihren Holzspielwaren. 1993 stemmte Michael Sieber mit Dickie Toys, einem Hersteller von Spielzeugautos, die erste größere Übernahme – gegen den Widerstand des Vaters. Der drohte noch am Samstag vor dem Notartermin am Montag, diesen platzen zu lassen. „Dann mache ich es alleine!“, war die Antwort von Michael Sieber, und Sieber senior ging mit zum Notar. Es folgten weitere Zukäufe wie BIG, der Hersteller der berühmten Bobby-Cars. Sohn Florian, der seit fünf Jahren in der Geschäftsführung ist, spielte 2013 eine Schlüsselrolle bei der Übernahme des insolventen Modelleisenbahnherstellers Märklin. Die hochpreisigen Produkte sollen nicht nur älter gewordene Liebhaber, sondern auch neue Käuferschichten ansprechen. Als nächsten Schritt planen die Siebers den Einstieg ins Trickfilmgeschäft. „Content und Daten sind das neue Gold, wir müssen unsere eigenen Marken dementsprechend aufladen. Eine Story, wie sie Animations- oder Filmserien bieten, ist immer einfacher zu verkaufen als neue Produkte, und hier zahlen wir zweistellige Millionenbeträge an Lizenzgebühren an die Entertainmentindustrie.“

Bildnachweis: PR/Simba Toys

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