Mit Kondomen aus der Sinnkrise

In der Oberstufe des Gymnasiums hat Waldemar Zeiler seine erste unternehmerische Idee. Schulabgänger brauchen Hilfe beim Berufseinstieg. Er hat nichts zu verlieren, also ruft er mit seinem besten Freund die Z& B Berufseinsteigeragentur ins Leben. Doch sein Einstieg in das Unternehmertum scheitert. Nach dem BWL-Studium erhält er das Angebot eines Gründerteams, ein Operations-Team aufzubauen. Die Herausforderung lockt ihn, doch auch seine zweite Start-up-Erfahrung ist wenig später vorbei, das Unternehmen verstößt gegen Richtlinien. Aber in Zeiler ist das Feuer entfacht: aus dem Nichts ein Start-up aufbauen, schnell viel Verantwortung übernehmen, ein digitales Geschäftsmodell ausarbeiten. Wege gehen, die noch nie gegangen wurden – das fühlt sich richtig an. Um mehr Erfahrung beim Aufbau von Unternehmen zu sammeln, steigt er bei Start-up-Schmieden wie Rocket Internet und Team Europe ein. Doch auch dort scheitert er mit einem Projekt – dem Verkauf von Saunen. Er stürzt in eine Sinnkrise, schmeißt alles hin und geht nach Südamerika backpacken. Dort erlebt er die Auswirkungen von globaler Ausbeutung durch Konzerne. Auf einer kolumbianischen Bananenfarm erkennt er seine neue Bestimmung: Zivilcourage im Unternehmertum umsetzen. Er lässt seine Niederlagen hinter sich und fängt noch einmal neu an: 2015 gründet er mit Philip Siefer die einhorn products GmbH. Mit seinem Konzept rund um fair und nachhaltig produzierte Kondome geht diese Rechnung bisher auf. Auch weil er für das Unternehmen eine mutige Entscheidung trifft: Seit August 2016 dürfen die Mitarbeiter dort nicht nur ihr Gehalt selbst bestimmen und unbegrenzt Urlaub nehmen. Beide Gründer haben auch ein Manifest unterschrieben, dass kein Mitarbeiter mehr weisungs­gebunden ist.

Bildnachweis: www.einhorn.my

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