Diese Lügen werden nicht verziehen

Irgendwas bleibt immer kleben. Selbst wenn Unternehmen einen Fehler eingestanden haben, Strukturen verändert, Strafen gezahlt, Wiedergutmachung geleistet – die Firma und ihre Marke tragen Spuren davon. „Aus der Krise kommen Sie nie so raus, wie Sie vorher waren“, weiß Bernhard Meising, Chef des Krisen-PR-Beraters CNC. „Aber Menschen wollen auch verzeihen. Sie wissen ja, dass Fehler passieren können.“

Jörg Eigendorf, oberster Kommunikator der Deutschen Bank, sagt: „Verziehen wird vieles. Das Unternehmen muss allerdings glaubhaft machen, dass es aus den Fehlern gelernt hat.“ Dann darf der Fehler aber auch nicht wieder vorkommen.

Welche Fehler verziehen werden, ist nicht nur vom Vergehen abhängig, sondern auch vom kulturellen Umfeld, sagt Thorsten Hofmann von Advice Partners, der in Berlin viel Politikberatung macht. Bei sexueller Belästigung ist man in den USA gesellschaftlich tot, dafür sind Schummeleien beim Doktortitel kein so großes Problem. In Deutschland ist es genau umgekehrt, jedenfalls darf man das denken, solange Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg nicht ernsthaft auf die politische Bühne zurückgekehrt ist.

Steuerhinterziehung kann man überleben – wenn man Uli Hoeneß heißt und sich vorher ein dickes Reputationspolster auf­gebaut hat, so Hofmann. Steuerhinterzieher Klaus Zumwinkel, Ex-Chef der Deutschen Post, hat sich zwar nach London und Italien absentiert, übt aber wieder öffentliche Ämter aus; für den Vorstand eines Dax-Konzerns allerdings käme er wohl nicht mehr infrage.

Gar nicht verziehen wird der Konsum von Kinderpornografie. Man denke an den Fall Sebastian Edathy. Mauern oder Abstreiten macht da die Sache nur noch schlimmer. Der Ertappte hat in der Kommunikation nur die Chance, zu sagen: Ich bin krank, ich mache eine Therapie.

Bildnachweis: MaryAnnShmueli/Getty Images

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