Lektionen gelernt

Lars Hinrichs stammt aus einer Unternehmerfamilie, und das hat ihn geprägt. Statt zu studieren, wird er Gründer. Mit einem Partner ruft er 2000 eine Kommunikationsagentur namens Böttcher Hinrichs AG ins Leben. Zeitgleich mit dem Platzen der Dotcom-Blase rutscht die Agentur in die Insolvenz, 1,5 Millionen Euro Wagniskapital verbrennen. Hinrichs, der sich durch Selbstbewusstsein und eigenständiges Denken auszeichnet, stolpert zum ersten Mal. Er lernt dabei zwei Dinge: Kapital nicht großzügig aus dem Fenster zu werfen und dass es nur einen Chef geben kann. „Wir haben jeden Fehler gemacht, den wir machen konnten. Das war mein MBA in Echtzeit, ein sehr teurer MBA“, so Hinrichs. Er arbeitet die Erfahrungen gründlich auf, schreibt insgesamt 100 Lektionen nieder, die ihm Mut für Neues machen: Zwei Jahre nach der ersten Insolvenz programmiert er ein Karriere-Netzwerk für Geschäftsleute, Angestellte, Studenten, Arbeitssuchende und Selbstständige und gründet die Open Business Club GmbH. Seine 100 Lektionen stärken ihm den Rücken. Später benennt er das Unternehmen in Xing um und verkauft seine Mehrheitsbeteiligung 2009 an den Burda-Verlag. Was ihn das Scheitern lehrte, ließ ihn auch beim Erfolg reflektieren: Er schreibt weitere 148 Lektionen auf.

Und gründet weiter: HackFwd, einen Start-up-Inkubator für Programmierer und ITler. Drei Jahre später muss er das Unternehmen begraben. Hinrichs scheitert ein zweites Mal, und wieder gibt es Lektionen: Wenigstens zehn davon veröffentlicht er noch auf dem HackFwd-Blog. Sein neuestes Projekt ist das Smart-Home-Projekt Apartimentum in Hamburg. Ob das funktioniert, weiß er noch nicht. Er folgt lieber seiner Lieblingslektion: Einen Plan B habe er nicht, sagt er. Er mache lieber einen neuen Plan A.

Bildnachweis: Jürgen Joost/Welt

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