Bloß nicht bremsen

Die Anzeichen auf unternehmerisches Talent zeigen sich früh: Mit 11 Jahren mäht Morten Lund für die Nachbarn Rasen im großen Stil, stellt seine Freunde ein und kassiert dafür Taschengeld. Direkt nach dem Abitur ruft er einen Handel mit Abiturhüten ins Leben. Das Geschäft floriert. Nebenher ist der Jungunternehmer Spielmacher der dänischen Jugend-Handballnationalmannschaft. Und vergisst, seine Umsatzsteuer zu bezahlen.

1994 ist er zum ersten Mal bankrott. Und fängt von vorne an: Mit dem Aufschwung des World Wide Web gründet er die Werbeagentur Neo Ideo, die er schon bald für 40 Millionen Euro an die Agentur Leo Burnett verkauft. Das Geld steckt er in den Start-up-Inkubator Prey4, doch vier Jahre nach dem Start ist Lund zum zweiten Mal pleite. 2003 unterstützt er die Unternehmer Niklas Zennström und Janus Friis mit 50.000 Euro für deren Start-up Skype, was dem Investor zwei Jahre später einen Gewinn mit dem Faktor 300 bis 500 bringt. Dann kommt Nyhedsavisen: Die Gratiszeitung, Lunds Herzensprojekt, floppt 2008. Sein Konto weist 45 Millionen Euro Schulden auf. 2009 meldet er Privatinsolvenz an. Und wird als selbst ernannter „Entrepreholic“ zum Vortragsheld auf Gründerkonferenzen. Sein Lieblingsthema: Mut zum Risiko. Wichtig dabei, so Morten Lund, sei allein, dass man das Achterbahnfahren beherrsche: „Du darfst niemals in der Talsohle bremsen. Dann brauchst du zu viel Energie, um den Berg zu schaffen.“ Also weiterfahren, koste es, was es wolle. Und schön festhalten. Heute gilt Lund als einer der größten Seed-Investoren Europas, sein Portfolio umfasst mehr als 80 Firmen.

Bildnachweis: Dawin Meckel/ostkreuz

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