Forschung

Jeder von uns hat schon einmal Medi­­ka­­mente eingenommen, die ihm von seinem Arzt gegen ein Symptom oder eine Krankheit verschrieben wurden. Dabei ist uns oft nicht bewusst, wie weit und kostspielig der Weg vom Forschungslabor bis zum Patienten ist: Laut der California Biomedical Research Association dauert es durchschnittlich zwölf Jahre, ein Medikament bis zur Markteinführung zu bringen.

Dabei schafft es nur ein Prozent der Arzneimittel, die in den vor-klinischen Tests starten, jemals bis zu den Tests am Menschen. Und nur 20 Prozent von diesen werden schließlich auch für den menschlichen Gebrauch zugelassen. Zudem kostet Unternehmen dieser Entwicklungsweg im Durchschnitt 359 Millionen US-Dollar für jedes neu in den Markt eingeführte Medikament. Kein Wunder also, wenn die Forschung und Entdeckung von Arzneimitteln eines der sehr aktuellen Anwendungsfelder für künstliche Intelligenz darstellt.

Die jüngsten Fortschritte in der KI haben das Potenzial, die Entwicklungszeit für Medikamente deutlich zu reduzieren und ihre Kosten zu senken – nicht nur für die Labore, die die Medikamente entwickeln, sondern auch für die Menschen, deren Gesundheit von ihnen abhängt. PharmaAI ist die Abteilung für künstliche Intelligenz von Insilico Medicine, einem Bioinformatik-Unternehmen mit Sitz am Emerging Technology Center der John-Hopkins-University. Das im März 2016 gegründete Start-up konzentriert sich auf Programme zur Entdeckung von Arzneimitteln gegen Krebs, Parkinson, Alzheimer und andere altersbedingte Gesundheitsprobleme.

Das kanadische Start-up Meta setzt KI ein, um schnell wissen­schaftliche Papiere zu lesen, zu verstehen und den Forschern neue Erkenntnisse zu vermitteln. Das Unternehmen Atomwise fand innerhalb eines einzigen Tages zwei bestehende Medikamente, die auch gegen Ebola helfen – dank seiner künstlichen Intelligenz.

Bildnachweis: KTSDESIGN/SCIENCE PHOTO LIBRARY/Getty Images

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