Elektrisch in den Himmel

Mehr als 100 Jahre Erfahrung mit Elektroantrieben für Züge, Straßenbahnen, Schiffe und Autos hat Siemens. Doch erst seit wenigen Jahren wird an elektrischen Flugzeugmotoren getüftelt. Und nach den jüngsten Erfolgen ist Siemens-Chef Joe Kaeser beseelt von der Möglichkeit, hybrid-elektrische Antriebssysteme für Luftfahrzeuge gemeinsam mit Airbus als künftiges Geschäft aufbauen: Am 23. März 2017 hat das Kunstflugzeug „Extra 330LE“ mit dem Antriebssystem von Siemens zwei neue Weltrekorde aufgestellt.

„Mittelfristig halten wir hybrid-elektrisch angetriebene Regionalflugzeuge mit 50 bis 100 Passagieren für realistisch“, so Frank Anton, Leiter eAircraft der Siemens-Forschung. Schon in 13 Jahren sollen kleinere Passagiermaschinen, die heute mit Kerosinantrieben unterwegs sind, Fluggäste sicher bis zu 1.000 Kilometer weit transportieren. Das Geschäft mit Flugzeugturbinen hatte der Elektrokonzern jahrzehntelang Konkurrenten überlassen – allen voran General Electric. Jetzt sind die Siemensianer inspiriert, elektrisch in den Himmel abzuheben. Dafür haben sie die bisherigen Komponenten des Elektromotors „bis ans technische Limit optimiert“, heißt es im Konzern. Ergebnis ist ein Aggregat, das dank moderner Simulationstechnik und Leichtbau pro Kilogramm Gewicht fünf Kilowatt Leistung bringt. Zum Vergleich: Starke Elektromotoren in der Industrie liefern weniger als ein Kilowatt, Antriebe für Elektroautos allenfalls zwei Kilowatt. Vom nötigen Innovationsgeist ist man im Konzern überzeugt. „Allerdings braucht man manchmal einen langen Atem und starke Partner, um wirklich disruptive Technologien zu entwickeln und auf den Markt zu bringen“, weiß Anton.

Bildnachweis: PR(2)

Newsletter abonnieren

Mit dem Newsletter verpassen Sie keine Ausgabe der next: Das Magazin für Vorausdenker

Anmelden
Feedback

Sie möchten uns Feedback zu diesem Beitrag geben? Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung.

Feedback
Diesen Beitrag teilen

Hier können Sie den Beitrag über soziale Medien teilen.

Teilen