Interview

„Nicht als Wunderpille einsetzen“

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An zahlreichen Arbeitsplätzen regiert der Stress. Immer mehr Mitarbeiter fühlen sich von ihren Chefs unter Druck gesetzt, leiden an Burnout und anderen Krankheiten. Bekommen wir mit Meditation bessere, kreativere, menschlichere Unternehmen?
Sicherlich nicht. Jedenfalls nicht mit Meditation allein. Es braucht dazu einen systemisch-strategischen Ansatz, einen Kulturwandel, der auch von oben initiiert, mindestens aber von dort substanziell vorgelebt und mitgetragen werden muss. Hinzu kommt, dass Meditation nicht als Wunderpille oder Schmerzpflaster eingesetzt werden sollte, um letztlich nur bestehende Probleme, Belastungen und Stress besser aushalten zu können. Wenn Meditation nur als Mittel zur Funktionalisierung des Menschen dient, dann wird sie nicht nachhaltig wirken.

Wie sollten oder könnten Unternehmen Meditation denn einsetzen, damit sie die richtige Wirkung entfalten kann? Sollte sie auch in das betriebliche Gesundheitswesen eingebunden werden?
Man kann mit der Meditation als Teil eines Kulturwandels sehr unkompliziert eine Tür öffnen, um die eigenen Ressourcen und die Belange des Unternehmens in eine gute Beziehung zu bringen. Damit wird auch ein Prozess der Sinnfindung angestoßen. Die Mitarbeiter lernen, ihre eigenen Gesundheitsbelange wieder mehr selbst in die Hand zu nehmen. So können gesteigerte Resilienz, besseres Stressmanagement sowie Verbundenheitserleben und Glück durchaus die Folge sein. Das sagt auch die Wissenschaft.

Aber an der hierarchischen und machtorientierten Organisa-tion der Unternehmen ändert das ja erst einmal nichts  …
Wie gesagt, es braucht einen Kulturwandel, der von oben kommt beziehungsweise das ganze System erfasst. Denn wenn ein Unternehmen sich als eine Art lebendigen Organismus begreift, der jedem Organ und jeder Zelle eine Bedeutung zumisst, werden solche angestoßenen Prozesse auch im Organisationskontext nicht ohne Folgen bleiben.

Bildnachweis: PR

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