Schneller – höher – Erster

Dabei sein ist alles“ heißt einer der beiden olympischen Wahlsprüche; für alle die, bei denen es mit dem anderen Motto nicht geklappt hat, nämlich „schneller, höher, weiter“ als alle Konkurrenten gewesen zu sein. Der Kult, der um die Sieger im Sport getrieben wird, hat schon seit der Antike zu verschiedenen Strategien geführt, um ganz nach oben zu kommen.

Training, die ständige Arbeit am eigenen Körper und Können, ist dabei zwar unabdingbar, um bis in die Nähe der Spitze zu kommen, aber das machen in der Spitzengruppe alle. Manchmal kann es einem Athleten gelingen, sich mit einer neuen Trainings- oder Wettkampfmethode einen Vorteil zu verschaffen, aber schon beim nächsten Mal werden die Konkurrenten nachziehen – so kam es dazu, dass im alten Griechenland alle Läufer nackt antraten und die heutigen Schwimmer alle ganzkörperrasiert.

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Technik, die Verbesserung der jeweiligen Hilfsmittel, ist ein zentrales Element im neuzeitlichen Wettkampf. Die Perfektionier­ung der Schuhe hat Weltmeister (wie Deutschland 1954) und Weltkonzerne gemacht – wie Adidas, deren Gründer Adolf Dassler 1936 mit den Schuhen für Vierfach-Olympiasieger Jesse Owens den Durchbruch schaffte. Und die Arbeit an immer besseren Renn­wagen ist seit mehr als hundert Jahren ein zentraler Faktor für den technischen Fortschritt in der gesamten Automobilindustrie.

Psychologie ist vor allem ein Thema bei Mannschaftssportarten, wo es für den Sieg auf das Zusammenspiel von Menschen ankommt. Hier haben die Trainer und „Führungsspieler“ (wie Bastian Schweinsteiger bei der WM 2014) entscheidende Rollen. Aber auch bei 1:1-Duellen kann die Psychologie den Ausschlag geben – bei Boxern wie Muhammad Ali genauso wie bei Schachspielern wie Emanuel Lasker.

Disruption, irgendetwas ganz anders machen als die anderen, wird manchmal versucht, ist selten erfolgreich, aber dann immer spektakulär. Das galt etwa für den Hochspringer Dick Fosbury, der 1968 mit dem Rücken zur Latte absprang, oder den Skispringer Jan Boklöv, der in der Luft die Skier in V-Form brachte.

Doping und andere Regelverletzungen – wie Schmiergelder oder Produktmanipulationen – begleiten den Wettstreit zwischen mehr oder weniger gleichwertigen Kontrahenten schon immer. Insbesondere dort, wo alle anderen Methoden der Weiterentwicklung ausgereizt sind, etwa im Sprint oder im Radsport, ist die Versuchung groß, mit unerlaubten Mitteln an die Spitze zu kommen – und solange der Anreiz, der Beste zu sein, enorm groß ist, werden auch die besten Kontrollen solches Vorgehen wohl weniger verhindern als vielmehr perfektionieren.

Bildnachweis: Photolibrary Video/GettyImages, New York Times Co. /GettyImages, Creatas Video/GettyImages, The Lighthouse Film Company/GettyImages, Brian Jackson/alamy, PR

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