Postheroischer Führungsstil

Um künftig noch erfolgreich zu sein, brauchen Führungskräfte eine Fülle neuer Fähigkeiten und Kompetenzen. In der aktuellen Studie „Leadership 2030“ hat die seit 2015 zu Korn Ferry gehörende Hay Group zusammen mit dem deutschen Zukunftsforschungs-Unternehmen Z-Punkt Megatrends identifiziert, die sich in den kommenden Jahrzehnten auf Organisationen und Führungskräfte auswirken werden. Das Novum: Diese Megatrends wurden bisher noch nie im Kontext der Unternehmensführung betrachtet.

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Eines der Kernergebnisse: „Die Führungskräfte der Zukunft werden versierte konzeptionelle und strategische Denker sein, über absolute Integrität und intellektuelle Offenheit verfügen, neue Wege finden, um Loyalität zu schaffen, zunehmend heterogene und unabhängige Teams führen, die ihnen nicht immer direkt unterstellt sind, und zugunsten der Zusammenarbeit innerhalb und außerhalb der Organisation auf eigene Macht(-ansprüche) verzichten müssen.“

Genau diese Kombination von Fähigkeiten und Qualitäten müssten Führungskräfte entwickeln – und damit einen „postheroischen Führungsstil“ annehmen. Einen Großteil jenes Denkens und Verhaltens, das sie einst an die Spitze ihrer Organisation gebracht hat, werden sie schlicht und einfach aufgeben müssen, prophezeit die Studie. Das sei die einzige Chance, um Unternehmen das Überleben und den Erfolg für die nächsten zwei Jahrzehnte zu sichern. „Wenn Spitzenmanager ihren Führungsstil nicht ab sofort radikal umstellen, werden ihre Organisationen das Rennen um Innovation und den Kampf um Talente verlieren sowie bei der Globalisierung auf der Strecke bleiben. Sie werden als Führungskräfte nicht mehr tragbar sein“, heißt es in der Studie.

Hubertus Douglas, Geschäftsführer der Korn Ferry Hay Group Deutschland hält daher Anpassungsfähigkeit, situative Intelligenz, Reflexion und die Möglichkeit, von anderen zu lernen, für wesentliche Qualifikationsmerkmale künftiger Spitzenkräfte in Unternehmen: „Ich stelle fest, dass die wenigsten Leute die Fähigkeit haben, sich neben sich zu stellen und sich kritisch zu beurteilen. ‚War das jetzt wirklich gut, was ich gemacht habe? Warum ärgere ich mich über den Kollegen X? Ärgere ich mich, weil der etwas richtig gemacht hat? Was ich vielleicht auch hätte tun sollen? Was kann ich von dem lernen?‘“

Lebenslanges Lernen bedeute eben auch, alles was man zeitweise als richtig betrachte, ein Leben lang kritisch zu hinterfragen.

Bildnachweis: NatanaelGinting/GettyImages, Jorg Greuel/GettyImages, Yuji Sakai/GettyImages, Bloomberg/GettyImages

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