Getrübte Stimmung

Trotz aller Unsicherheiten aufgrund der aktuellen politischen Ereignisse sind 29 Prozent der Top-Manager weltweit zuversichtlich, dass die globale Wirtschaft im kommenden Jahr wächst. Das entspricht dem Niveau des Vorjahres. Die eigene Geschäftsentwicklung innerhalb der nächsten drei Jahre beurteilt jeder zweite CEO optimistisch. Zwei von fünf CEOs (38 %) gaben an, sehr zuversichtlich zu sein, dass das eigene Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten wächst, gegenüber einem knappen Drittel im Vorjahr. Das ergab die weltweite Befragung unter 1.379 Top-Managern aus 79 Ländern für den 20. Global CEO Survey von PwC.

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Deutlich pessimistischer zeigen sich die deutschen Firmenlenker bei der Beurteilung der eigenen wirtschaftlichen Lage: Nur ein knappes Drittel (31 %) ist sehr zuversichtlich, in den kommenden zwölf Monaten Wachstum für ihr eigenes Unternehmen erzielen zu können, immerhin sieben Prozentpunkte weniger als der globale Durchschnitt. Fast jeder Vierte äußert sich wenig oder überhaupt nicht zuversichtlich. Noch drastischer ist der Unterschied beim Drei-Jahres-Ausblick: Nur 27 Prozent der deutschen Top-Manager gehen davon aus, dass das eigene Unternehmen in den kommenden 36 Monaten wächst. Das sind 18 Prozentpunkte weniger als im vergangenen Jahr und 24 Prozentpunkte weniger als im globalen Durchschnitt. Die getrübte Stimmung belegt auch, dass 88 Prozent der deutschen CEOs angaben, in den kommenden zwölf Monaten Kostensenkungsprogramme umsetzen zu wollen, weltweit sind es 62 Prozent. Sorgen bereiten den deutschen Top-Managern geopolitische Unsicherheiten (81 %), Überregulierung (73 %), Protektionismus (69 %) und die Zukunft der Eurozone (67 %).

Überraschend ist: Themen wie Cyber-Security oder etwa die Suche nach geeigneten Talenten bereiten den CEOs in Deutschland weniger Kopfschmerzen als den Top-Managern anderer Länder. 58 Prozent der deutschen Firmenlenker sorgen sich um Cyber-Bedrohungen (weltweit 61 %); 54 Prozent von ihnen sind besorgt über die Suche nach Talenten mit den richtigen Fähigkeiten (weltweit 77 %).

Das Ranking der weltweit wichtigsten Wachstumsquellen führten die USA an, gefolgt von China. Für 43 Prozent (2014: 21 %) der befragten CEOs sind die USA eine ihrer Top-3-Quellen für Wachstum in den nächsten zwölf Monaten. Über China sagen das 33 Prozent (2014: 39 %). Deutschland landet mit 17 Prozent auf Rang drei (2014: 12 %, Rang 5). Neben China verlieren auch die anderen BRICs: Im Vergleich zu 2014 hat Deutschland Brasilien und Indien überholt. Russland fällt in diesem Jahr ganz aus den Top 10. Für deutsche CEOs bleibt Großbritannien trotz Brexit-Entscheidung nach den USA und China die drittwichtigste Wachstumsquelle. Der sich nun abzeichnende Einfluss der amerikanischen Präsidentschaftswahl dürfte in den Daten noch nicht ablesbar sein, da der Befragungszeitraum auf den Herbst 2016 fiel.

Erstmals wurden zu den zentralen Themen des CEO Surveys auch Konsumenten befragt. In den kurzfristigen Wachstumserwartungen sind die Verbraucher sogar etwas optimistischer als die CEOs (34 % vs. 29 % der Top-Manager). Allerdings ist mehr als die Hälfte der Befragten (54 %) überzeugt, dass Wachstumsraten für ihr persönliches Wohlergehen unerheblich sind. Einig sind sich CEOs und Verbraucher über den Einfluss von Technologie auf Beschäftigung: Jeweils vier von fünf Befragten sind überzeugt, dass es in einigem oder sogar großem Umfang zu Jobverlusten kommen wird. Die überwältigende Mehrzahl der CEOs (88 %) sieht insbesondere aus den sozialen Netzwerken zunehmende Risiken für das Vertrauen in ihre Unternehmen. Zugleich erklärt eine deutliche Mehrheit der befragten Verbraucher (60 %), dass sie die sozialen Medien nie für negative Kommunikation über Unternehmen nutzt.

Bildnachweis: Photolibrary Video/GettyImages, New York Times Co. /GettyImages, Creatas Video/GettyImages, The Lighthouse Film Company/GettyImages, Brian Jackson/alamy, PR

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