Aus Schaden klug

Erfolgreich durch Fehler“ ist mehr als ein kluger Spruch – es ist „ein Faktum, das sich immer wieder einer erfolgreichen Prüfung unterzieht“, sagt Amy Rees Anderson, Angel Investor und Gründerin der Investment-Firma REES Capital. Doch gibt es eine Regel, wie viele Fehler in einem Unternehmen erlaubt sind? Können Fehler eingefordert werden? Anderson glaubt, dass es zunächst einmal wichtig ist, Fehler zuzulassen: „Nur so können Individuen wie auch Unternehmen lernen und wachsen“, sagt sie. Es gebe keine Grundregel dafür, wie viele Fehler gemacht werden dürfen, aber sehr wohl eine Regel für die Art und Weise von Fehlern, die sich ein Unternehmen, vor allem ein junges, erlauben kann.

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„Fehler sollten in Bereichen gemacht werden, in denen nicht allzu viel struktureller Schaden angerichtet werden kann“, glaubt die Unternehmerin. Bereiche, die existenzielle Bedeutung für ein Unternehmen haben, sollten jedoch niemals ohne die Aufsicht der Geschäftsführer bearbeitet werden.

Nachdem die Bereiche identifiziert werden, in denen Fehler erlaubt sind, sei es wichtig, einige weitere Grundregeln zu implementieren. Ein ehrlicher Fehler ist okay, derselbe Fehler ein zweites Mal ist nicht okay. „Wenn jeder in der Firma diese aufgestellten Fehler-Regeln kennt, kann er oder sie sich danach richten und ist nicht überrascht, wenn wiederholte Fehler Konsequenzen nach sich ziehen“, sagt Anderson. So kann eine Regel lauten: Beim ersten Fehler hilft das gesamte Team, diesen zu korrigieren. Beim zweiten Lapsus muss der Fehler von dem Verursacher alleine ausgemerzt werden.

Wie wichtig Fehler sind, hat schon die US-Trainer-Legende John Wooden erkannt. Der erfolgreiche Basketball-Coach postulierte zu Lebzeiten: „Wenn du keine Fehler machst, dann versuchst du nichts.“ Für Anderson zeigen Fehler zudem, dass man sich außerhalb der eigenen Komfortzone bewegt. Und sie sind wichtige Markierungen auf dem Weg zu neuen Ideen und Innovation. Also genau der Mix, den Unternehmen und insbesondere Start-ups anstreben.

Um das Beste aus Fehlern zu machen, hat die Investorin vier Fehler-Regeln definiert:

  1. Lerne von ihnen.
  2. Bekenne dich dazu.
  3. Korrigiere den Fehler.
  4. Setze Schutzbarrieren ein, damit derselbe Fehler kein zweites Mal passiert.

Mindestens so wichtig sei es, die korrekte Art und Weise zu finden, sich für einen Fehler zu entschuldigen. Für die perfekte Entschuldigung hat sie sechs Regeln aufgestellt:

  1. Gib den Fehler vor anderen zu.
  2. Entschuldige dich vor anderen.
  3. Erkenne, was falsch lief.
  4. Bringe vor dem Team zum Ausdruck, wie der Fehler korrigiert werden kann.
  5. Versichere dem Team, dass sich der Fehler nicht wiederholt.
  6. Vermeide, denselben Fehler zu wiederholen.

Studien zeigen, dass Manager, die sich an diese sechs Regeln halten, das Vertrauen und den Respekt der Mitarbeiter nicht nur schnell zurückgewinnen, sondern gleichzeitig ausbauen. „Der Fehler ist normalerweise nicht das Problem, sondern die Art und Weise, wie man anschließend damit umgeht, bringt Probleme in ein Unternehmen“, sagt Anderson.

Bildnachweis: Imgorthand/GettyImages, Johner Images/Walstrom Susanne/GettyImages, Johner Images/ Kindler Andreas/GettyImages, Roelf Bos/GettyImages, Creatas Video/GettyImages, Jeffrey Coolidge/GettyImages, PR

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