Schub für den Massenmarkt

2017 ist ein Jubiläumsjahr. Genau zehn Jahre ist es her, dass Apple-Chef Steve Jobs das erste iPhone der amerikanischen Kultmarke präsentierte. Mehr als eine Milliarde Geräte wurden seitdem verkauft. Bei jedem verkauften Gerät ist das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) mit von der Partie. Die Erlanger Forscher haben das digitale Codierverfahren MP3 entwickelt. Es steckt im iPhone und Milliarden weiterer Elektrogeräte wie CD-Playern, Computern, Laptops, Fernsehern und Tablets. Nach der Einführung der CD Anfang der 1980er-Jahre war es mit dem mp3-Format erstmals möglich, die Datenrate ohne hörbaren Klangverlust deutlich zu verringern. Damit ließ sich Musik über das Internet verbreiten, Webradio, Download und Streaming wurden möglich. mp3 machte Musik zur digitalen Ware, eine flüchtige Datei ersetzt seitdem den physischen „Tonträger“.

Als Apple einstieg, waren MP3-Dateien über das Internet und besonders Musiktauschbörsen bereits weltweit verbreitet. Die Eintrittskarte zum Computermarkt lösten die Erlanger Forscher 1998 mit der Integration von MP3 in Microsofts Windows Media Player. Den letzten Schub für den Massenmarkt schaffte der iPod im Jahr 2001. „Mehr als 30 Jahre nach der ersten Vision, Musik über die Telefonleitung zu übertragen, ist MP3 weltweit verbreitet und damit schon fast selbstverständlich geworden“, freut sich Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft in München.

Inzwischen hat sich das IIS als weltweit führendes Entwicklungszentrum für Audiocodierverfahren und Signalverarbeitungtechnologien etabliert. IIS-Technologie steckt in weltweit mehr als acht Milliarden Geräten. Wie kaum ein anderes der 67 Fraunhofer-Institute und -Forschungseinrichtungen hat das IIS den Anspruch eingelöst, praxisorientierte Forschung zu betreiben.

Die Betreuung von Kundenprojekten und Pflege der Software für die inzwischen ausgereifte MP3-Technik beschäftigt die Wissenschaftler beim IIS heute nur noch am Rande. Die jährlichen MP3-Lizenzeinnahmen in Millionenhöhe steckt das IIS in neue Forschungs- und Entwicklungsvorhaben. Sie tragen so sperrige Namen wie EVS, xHE-AAC und MPEG-H – und verfolgen das Ziel, die Klangqualität von Telefongesprächen, digitalem Radioempfang und Streamingdiensten zu verbessern.

Bildnachweis: BASF/PR, ADIDAS/PR, BAYER/PR, Julian Stratenschulte/Picture-Alliance, Herrenknecht/PR, Swelll/GettyImages, PR

Newsletter abonnieren

Mit dem Newsletter verpassen Sie keine Ausgabe der next: Das Magazin für Vorausdenker

Anmelden
Feedback

Sie möchten uns Feedback zu diesem Beitrag geben? Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung.

Feedback
Diesen Beitrag teilen

Hier können Sie den Beitrag über soziale Medien teilen.

Teilen