Silicon Schwaben

Anke Kleinschmit hat geschafft, was jeder Zweite im Vorfeld entschieden bezweifelt hat: in Stuttgart eine Start-up-Kultur aufzubauen. Am 14. Juli 2016 etablierte die Leiterin der Direktion Konzernforschung und Nachhaltigkeit des Daimler-Konzerns in der „Startup Autobahn“ die schwäbische Antwort auf das kalifornische Silicon Valley. Im Gegensatz zum Valley mit reinem Software-Fokus sollen hier software- und hardwareorientierte Projekte gefördert werden.

Abbildung articles/auf-klassenfahrt-zu-mark-und-elon/silicon-schwaben.jpg

Die Daimler-Managerin reist seit vielen Jahren regelmäßig ins Valley. Mit Fokus auf Themen wie „Health und Vitality“ suchte sie Kontakte zu Start-ups und besuchte Unternehmen von Johnson & Johnson bis Tesla. Ihre Quintessenz: „Um miteinander arbeiten zu können, kann ich nicht durch die Weltgeschichte gondeln und in fünf Minuten von einem Start-up gerade mal den Namen kennenlernen. Das ist utopisch! Oder ich schicke mein Team um die Welt in der Hoffnung, dass sie mal ein Start-up finden, das zu unserem Unternehmen passt. Auch das ist schwierig. Unser Gedanke war daher, eine Win-win-Situation zu schaffen mit dem Fokus auf Ideen und Projekten rund um die Zukunft der Mobilität. Dabei wollen wir nicht alle Stuttgarter zu Start-ups machen, sondern die Start-ups aus aller Welt zu uns holen.“ Konkret sollen sich die Software-Köpfe mit Produkten verknüpfen und in die Hardware-Welt schnuppern und umgekehrt die Daimler-Kollegen aus der Hardware-Welt „über den Tellerrand schauen, sich wachrütteln und uns mit dem Gründergeist infizieren lassen“, so die Leiterin der Konzernforschung.

Startup Autobahn ist ein gemeinsames Projekt von Daimler mit dem Accelerator Plug and Play, der Universität Stuttgart und der ARENA 2036 (Active Research Environment for the Next Generation of Automobiles) – einem hoch technologisierten Forschungscampus, bei dem Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam mit den Start-ups innovative Themengebiete zur Autoproduktion der Zukunft erforschen.

„Das Plug and Play Tech Center ist mit mehr als 20 Locations unter anderem in den Standorten Silicon Valley, Deutschland, Spanien, Singapur, China und Brasilien einer der größten und erfahrensten Accelerator-Betreiber. Plug and Play organisiert jährlich über 365 Veranstaltungen weltweit, um Start-ups und Investoren zu vernetzen und ist auch selbst als Investor tätig. Diese extrem globale Aufstellung war für Daimler ein wichtiges Kriterium, um Plug and Play als Partner an Bord zu holen“, betont Kleinschmit.

Neu für die Start-ups aus aller Welt ist der innovative Startup-Autobahn-Spirit im Schwäbischen. Anke Kleinschmit: „Unser Ziel ist, eine Win-win-Situation zu schaffen. Im Fokus steht hierbei nicht die finanzielle Investition, sondern wir bieten eine Plattform mit Arbeitsmöglichkeiten, Coaching und dem Kontakt zu Daimler, zur Uni und zu anderen Firmen.“ Ein besonderer Reiz ist das von Daimler etablierte VIP-Mentoren-Programm: Start-ups haben die Chance, sich mit einem der Daimler-Vorstände auszutauschen. Darüber hinaus gibt es direkte Kontakte zu Paten im jeweiligen Unternehmensbereich.

Das begeisterte Feedback der Start-ups freut die Leiterin der Konzernforschung besonders. „Wichtig ist mir aber die Ausgewogenheit“, betont Anke Kleinschmit: „Wir wollen nicht nur für die Start-ups attraktiv sein, sondern auch von ihnen lernen: ihre Kultur, ihr Denken, ihren Gründergeist verstehen. Und natürlich wollen wir auch beweisen, dass man im Stuttgarter Raum so etwas auf die Beine stellen kann.“

Bildnachweis: Daimler AG

Newsletter abonnieren

Mit dem Newsletter verpassen Sie keine Ausgabe der next: Das Magazin für Vorausdenker

Anmelden
Feedback

Sie möchten uns Feedback zu diesem Beitrag geben? Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung.

Feedback
Diesen Beitrag teilen

Hier können Sie den Beitrag über soziale Medien teilen.

Teilen