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Die gewaltigen Acht

Es sind nur drei Beispiele von vielen – aber sie allein belegen schon die Wucht, mit der innovative Technologien künftig Unternehmen und Gesellschaft verändern werden: Der Landmaschinenhersteller John Deere kauft „Precision Planting“, eine Tochtergesellschaft von Monsanto, und etabliert über das Internet der Dinge (IoT) eine Datenschnittstelle zwischen den Portalen von John Deere und der Monsanto-Tochter „The Climate Corporation“, um Landwirten ab sofort Lösungen für die einfache Erfassung von Felddaten anzubieten und zusätzlich neue Kunden und Märkte zu erschließen. Das Logistikunternehmen DHL setzt mit seinen Kunden Ricoh und Ubimax, Spezialist für Wearable-Computing-Lösungen, Augmented Reality für die Kommissionierung im Lagerbetrieb ein und steigert damit die Effizienz um 25 Prozent. Und in den Filialen der Mitsubishi UFJ Financial Group, Japans größter Bank, werden Kunden seit Neuestem von einem Roboter namens „Nao“ begrüßt und bedient.

Erstmals verwenden sowohl Industrie- als auch Entwicklungsländer ähnliche Plattformen, einschließlich des Internets, Social Media und mobilen Endgeräten. Landwirte in Indien verfolgen Getreidepreise auf ihren Mobiltelefonen, kenianische Unternehmen finanzieren ihre neuen Geschäftsideen über Crowdfunding, Silicon-Valley-Start-ups stehen im Wettbewerb mit seit Langem etablierten Rüstungsunternehmen. Jahrzehntelang gewachsene Branchen werden von Asset-Light-Konkurrenten wie AirBnB und Uber bedrängt, wohingegen Krankenversicherungen von Unternehmen überrannt werden, die als SaaS-(Software-as-a-Service-)Provider an den Start gehen und ihnen reihenweise die Kunden abgraben.

„Angesichts dieser Entwicklung ist der rasante technologische Wandel der jüngsten Jahre der eigentliche Megatrend“, sagt Olaf Acker, Partner bei Strategy&, der Strategieberatung von PwC Deutschland und Leiter des Bereichs Digital Services. „Unternehmen aller Größen und Branchen sollten darauf vorbereitet sein und sich klarmachen, was das für sie bedeutet.“ Eine wertvolle Unterstützung in diesem Prozess liefert jetzt die aktuelle Studie „Techbreakthroughs megatrends“. Darin hat PwC, erstmals und so umfassend wie noch nie, aus mehr als 150 neuen Technologien diejenigen acht Mega-Technologien herauskristallisiert, die in den kommen drei bis sieben Jahren den gewaltigsten Einfluss auf Geschäftsmodelle und Geschäfte aller Industrien weltweit haben werden: 3-D-Druck, Augmented Reality, Blockchain, Drohnen, das Internet der Dinge, künstliche Intelligenz, Roboter und Virtual Reality.

Unter die Lupe genommen haben die PwC-Experten bei der Analyse die Relevanz der Technologien für Unternehmen, Industrien sowie alle wesentlichen Branchen, von Banken und Versicherungen über industrielle Fertigungsprozesse bis hin zu Services. Zentrales Kriterium waren dabei insbesondere die globale Reichweite dieser Megatrends, ihre technische Rentabilität, einschließlich der Tendenz, Mainstream zu werden, ihre Marktgröße und Wachstumspotenziale sowie nicht zuletzt das Tempo, indem öffentliche und private Investitionen ihren Durchbruch zusätzlich fördern.

Die Reifegrade dieser Technologien variieren – einige gibt es schon seit Jahren, andere wachsen gerade erst heran, das aber in atemberaubendem Tempo. Keiner dieser Megatrends dürfte das Top-Management zwar wirklich überraschen, sind sie doch regelmäßig Themen der täglichen Berichterstattung. „Dennoch sollten Unternehmen sich intensiv damit auseinandersetzen. Denn die Entwicklung dieser Technologien wird rapide und simultan voranschreiten und in Summe alle wichtigen Aspekte herkömmlicher Geschäftsmodelle durcheinanderrütteln und enorme und teilweise unangenehme Herausforderungen in den Führungsetagen mit sich bringen“, prognostiziert Olaf Acker. Ihr Einfluss wird laut PwC-Studie insbesondere durch folgende Faktoren zu spüren sein:

Billiger Zugang. Die drei grundlegenden Technologien Berechnung, Speicherung und Vernetzung sind heute exponentiell kostengünstiger und besser als noch vor wenigen Jahrzehnten. Das schnelle Wachstum von Internet, Mobilität und Cloud Computing, kombiniert mit der Open-Source-Entwicklung und einem leichteren Zugang zu Kapital hat die Eintrittsbarrieren für Start-ups und nicht-traditionelle Konkurrenten drastisch gesenkt. Viele wachsen rasant und stellen das Spiel in einer Industrie nach der anderen auf den Kopf.

Globalisierung der Technik. Zum ersten Mal arbeiten, kommunizieren und konsumieren die Industrie- und Entwicklungsländer auf einer ähnlichen Technologie-Plattform und treiben globale Innovationen voran. Von den 146 „technologischen Einhörnern“, die das Wall Street Journal verfolgt, stammen 27 Prozent aus dem asiatisch-pazifischen Raum, im Vergleich zu 20 Prozent nur Jahre zuvor. Diese an den Börsen hoch bewerteten, schnell wachsenden Neulinge haben globale Ambitionen und entwickeln innovative Plattformen für den Einsatz in so unterschiedlichen Bereichen wie Finanzen, Online-to-Offline-Diensten und der sogenannten Sharing-Economy.

Steigender Komfort. Je mehr die Menschheit das Internet, Laptops, mobile Geräte und andere vernetzte Tools im persönlichen und beruflichen Leben nutzt, desto vertrauter wird die Gesellschaft mit Technologie. Business-Anwender erwarten inzwischen die gleiche Benutzerfreundlichkeit, die sie mit ihren persönlichen Geräten erleben, an ihrem Arbeitsplatz.

Wettbewerbsvorteile. Der jüngste „Digital IQ-Survey“ von PwC ergab, dass Unternehmen, die Technologieführer in ihren Branchen sind, doppelt so häufig schnelle Umsatz- und Gewinnzuwächse erzielen wie die Nachzügler. Zahlreiche Technologien, die ursprünglich nur als Werkzeug zur Verbesserung der Effizienz und Produktivität eingesetzt wurden, entpuppen sich alsbald als kostengünstige Instrumente, um neue Einnahmequellen zu erschließen und traditionelle Industrien umzukrempeln.

Multiplikatoreffekte. Einzelne Technologien bauen aufeinander auf und verstärken sich gegenseitig: die Bühne für die „vierte industrielle Revolution“. So ist beispielsweise die künstliche Intelligenz die treibende Kraft hinter Robotern, die Einzug sowohl in Fabrikhallen als auch in Hotels, Krankenhäuser, Banken und Büros halten.

„Diese Mega-Technologien erfordern ein umfassendes Umdenken der Führungsetagen bei Innovations- und Portfoliostrategien, aber auch in Akquisitions- und Fusionsstrategien“, so PwC-Digital-Experte Acker. „Und sie erfordern eine entsprechende Änderung der Personalstrategie und das effiziente Zusammenwirken von Mensch und Maschine.“

Bildnachweis: adidas/youtube, BBC Creative/GettyImages, Creatas Video/GettyImages(3), Icaros/youtube, The climate corporation/youtube, boston dynamics/youtube, Thomas Peter/Reuters, PwC

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