Humanoide Helfer

Sie schleppen Einkaufstüten, sprechen buddhistische Gebete oder begleiten Polizisten bei gefährlichen Einsätzen: Die Einsatzfelder von Robotern sind längst nicht mehr auf die Fließbandarbeit in Fabriken beschränkt. Inzwischen sind die Maschinenwesen näher an den Menschen herangerückt. Neben Geschlecht, Alter, kultureller Herkunft und Nationalität muss künftig auch die Dimension Maschine in Arbeitsgruppen berücksichtigt werden. Erste diverse Teams mit humanoiden Robotern sind in Japan bereits im Einsatz. Der Lebensmittelkonzern Nestlé setzt dort landesweit Teams aus Robotern und Menschen als Kaffeemaschinenverkäufer ein. Die knopfäugigen Roboter mit dem Namen „Pepper“, entwickelt vom japanischen Technologiekonzern Softbank, sprechen Kunden an und geben Produktinfos. Die menschlichen Kollegen erklären weiterhin Funktionsweisen und kümmern sich um ausgefallene Fragen und Wünsche.

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Im Longquan-Tempel bei Peking ist ein Roboter-Mönch im Einsatz. „Xian’er“ soll technikaffinen Menschen den buddhistischen Glauben näherbringen. Er sagt Gebete auf und beantwortet Tempelbesuchern Fragen über den Glauben. Der an der chinesischen Nationaluniversität für Verteidigungstechnologie entwickelte Roboter AnBot wurde dagegen für Polizeipatrouillen konzipiert. Er verfügt über eine autonome Navigation und erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 18 Kilometer pro Stunde. Für den Ernstfall ist er mit einer ferngesteuerten Waffe ausgestattet und enthält einen Kanister für Tränengas.

Etwas langsamer, mit sechs Stundenkilometern, ist „Budgee“ unterwegs. Er trägt seinem Besitzer schwere Einkaufstüten von bis zu 22 Kilogramm hinterher. Und der Roboter „Min“ soll das Spielkasino-Erlebnis revolutionieren. Der Androide kommt bei Kartenspielen zum Einsatz und hatte schon einen Auftritt bei einer Spielshow in Macau. Der humanoide Prototyp „Nao“ empfängt Kunden beim Betreten von Filialen der Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ. Der 58 Zentimeter hohe und 5,4 Kilogramm schwere Roboter ist mit Kameras und Mikrofonen ausgestattet. Er kann in 19 verschiedenen Sprachen kommunizieren. Das Finanzinstitut erhofft sich mit Blick auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio, dass der Roboter dabei hilft, den erwarteten Anstieg an ausländischen Kunden zu bedienen. Gebaut wird Nao von der französischen Firma Aldebaran Robotics, einem Tochterunternehmen des japanischen Telekomriesen Softbank Corp, die auch seinen Kollegen Pepper entwickelt hat.

Bildnachweis: adidas/youtube, BBC Creative/GettyImages, Creatas Video/GettyImages(3), Icaros/youtube, The climate corporation/youtube, boston dynamics/youtube, Thomas Peter/Reuters, PwC

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