„Die wahre Macht“

Am 2. September startete in den USA der Science-Fiction-Thriller „Morgan“. Er befasst sich im Kern mit der Erschaffung von künstlichem Leben und den damit verbundenen potenziellen Gefahren. Den Trailer dazu hat sinnigerweise „Watson“ produziert, die auch schon in anderen Lebensbereichen eingesetzte künstliche Intelligenz von IBM. Es ist der erste Trailer der Filmgeschichte, der durch einen Algorithmus entstanden ist.

Wie genau Watson vorgegangen ist, erläutert John R. Smith, IBM-Manager Multimedia and Vision, in einem Blogeintrag. Um den 60-Sekünder zu fertigen, analysierte Watson insgesamt 100 Trailer von Horrorfilmen und unterteilte diese in Segmente. Diese Segmente wurden dann in folgenden drei Schritten untersucht:

Visuelle Analyse. Watson kann ohne Weiteres Personen, Objekte und die Szenerie erkennen. Die künstliche Intelligenz ordnete jeder Person aus einer Datenbank von 24 Emotionen jeweils die passende zu und verknüpfte jede Szenerie mit einer von insgesamt 22.000 Kategorien, etwa „furchteinflößend“.
Audio-Analyse. Watson untersuchte, welche Musik im Hintergrund spielte und welche Tonlage die sprechenden Charaktere aufwiesen. Das ist nötig, um die Gefühle mit der jeweiligen Szene zu verknüpfen.
Analyse der Szenen-Zusammensetzung. Hierbei wurde beispielsweise analysiert, welche Art von Lichteinstellungen oder Locations in Horrorfilmen für Spannung sorgen.

Mit dem Wissen, welche Szenen in der Regel für Trailer verwendet werden, analysierte Watson den Film „Morgan“ und filterte die passenden Stellen heraus. Das System entschied sich letztlich für zehn emotionale Sequenzen, aus denen dann ein Filmteam mit echten Menschen den Trailer zusammensetzte. Watson benötigte dafür gerade einmal 24 Stunden. Die traditionelle Herstellung eines Trailers nimmt wesentlich mehr Zeit in Anspruch – Smith spricht von 10 bis 30 Tagen. „Die Reduzierung der Zeit eines Produktionsprozesses von Wochen auf Stunden – das ist die wahre Macht von KI“, schreibt John R. Smith.

Der Film ist das Kino-Debüt von Regisseur Luke Scott, dem Sohn von „Alien“-Regisseur Ridley Scott. Ab 1. Dezember soll er in den deutschen Kinos laufen.

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