Big Money mit Big Data

Big-Data-Technologien wie maschinelles Lernen, natürliche Sprachverarbeitung oder die Visualisierung von Daten ermöglichen es, immer größere Datenmengen immer schneller auszuwerten. Die schnelle und effiziente Faktenanalyse trifft auf eine wachsende Zahl an Anlegern, die in Zeiten sinkender Handelsgebühren nicht auf Langfristinvestments aus sind, sondern mit kurzfristigen Trends schnelle Gewinne erzielen wollen.

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Quants-Investments, also Anlageentscheidungen, die ausschließlich anhand von maschinell erfassbaren Daten und Fakten getroffen werden, bauen auf Analysemethoden der künstlichen Intelligenz. Dabei leitet ein Algorithmus über eine Vielzahl von Informationen aus unterschiedlichsten Datenquellen eine Handlungsempfehlung ab – in einem Zeitintervall, in dem der Mensch aufgrund des Zeitaufwands für die Informationsbeschaffung dazu niemals in der Lage wäre. Eine wachsende Zahl an technologiebasierten Aktienfonds hat diesen Trend aufgegriffen und bildet in ihren Portfolios Firmen ab, die sich auf künstliche Intelligenz spezialisiert haben. Zugleich stecken immer mehr Fondsmanager und Geschäftsleute ihr eigenes Geld in Firmen, die originelle Geschäftsideen mit künstlicher Intelligenz entwickeln.

So investiert der bekannte US-Hedgefonds Manager Steven A. Cohen 250 Millionen US-Dollar in Quantopian aus Boston. Diese Firma trifft ihre Investitionsentscheidungen auf der Grundlage von Computerprogrammen, die Finanzamateure aus aller Welt in ihrer Freizeit erstellt haben. Zudem finanziert Cohen über seine Investmentfirma Point72 eine weitere nennenswerte Summe in Quantopian. 85.000 Hobby-Programmierer aus 180 Ländern haben den Angaben zufolge bereits Softwarevorschläge für Quantopian auf deren Online-Plattform kreiert. Zehn davon hat das Unternehmen bislang ausgewählt, um einige Hunderttausend Dollar zu investieren. Bei der Auswahl Erfolg versprechender Programme setzt Quantopian ebenfalls einen KI-Algorithmus ein.

Hongkongs Tycoon Li Ka-Shing steht hinter Sentient Technologies. Die Firmengründer der US-Firma hatten bei Apple die Stimmerkennungssoftware Siri entwickelt. Sentient baut jetzt Investment-Algorithmen aus Datenbanken und brütet aus den „erfolgreicheren“ neue Formeln aus. Diese Algorithmen optimieren die besten Indikatoren, welche dann als Parameter im Wertpapierhandel zum Einsatz kommen. Daraus wiederum werden Investmentstrategien abgeleitet, die ausschließlich auf Datenbank-Komponenten zurückgreifen.

Bildnachweis: Creatas Video/GettyImages, PwC

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