Per Datenbrille nach China

Die Spielewelt ist bereits euphorisiert von den atemberaubenden Möglichkeiten durch Virtual Reality (VR). Jetzt hält die neue Technologie auch Einzug in den Unternehmen. Schon heute nutzen Unternehmen VR beispielsweise in der Kundenakquise oder auch im Bewerbermarketing um ihre Technologie- und Innovationsführerschaft zu demonstrieren; aber auch die operative Nutzung beispielsweise in Produktionsprozessen nimmt zunehmend Fahrt auf. VR ermöglicht dabei die Computer-generierte Simulation eines dreidimensionalen Bildes oder einer vollständigen Umgebung, innerhalb eines definierten und geschlossenen Raums. Über einen Helm oder eine Brille können Nutzer in diese künstliche Welt eintauchen und sich dort intuitiv bewegen und interagieren. Für Thomas Hampel, Direktor Business Analytics, bei PWC Deutschland hat Data Analytics in Kombination mit virtueller Realität eine große Zukunft als Kommunikationsmedium für Unternehmensinformationen, die bislang primär über Computer oder auch Mobile Devices konsumiert werden.

„Virtual Reality bietet sehr viele Anwendungsmöglichkeiten im produzierenden Gewerbe insbesondere im Maschinenbau- und der Automobilindustrie“, sagt Hampel, der gerade ein VR-Pilotprojekt bei einem führenden Industrieunternehmen betreut. Vor allem bei Szenarien, wo es gerade nicht möglich oder opportun ist, an dem Ort zu stehen, in deren Kontext die Information wichtig ist, kommen die Stärken von VR zum Tragen. Etwa wenn ein Automobilhersteller die Effizienz einer neuen Produktionsstätte in China oder anderswo in der Welt genauer unter die Lupe nehmen möchte.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Der Betrachter sieht nicht nur Charts sondern bewegt sich über die virtuell nachgebaute, dreidimensionale Produktionsstraße, bei deren Verlauf im Kontext genau die jeweiligen Informationen und Analysen eingeblendet werden, die er benötigt – seien es der Lagerbestand, Ausfallzeiten oder die Gesamtproduktivität. Auch das sogenannte „natural controlling“ ist technisch schon möglich: dabei kann der Nutzer seine Hände einsetzen, um in der virtuellen Realität etwas anzufassen.

„Mit Blick auf die Zukunft ist zu erwarten, dass zunehmend auch die Analysetätigkeit selbst in der virtuellen Realität stattfindet. Das heißt, der Betrachter kann haptisch und kontextbezogen auf die Unternehmensdaten zugreifen und diese intuitiv strukturieren und analysieren“, erwartet der Analytics-Experte. „Dies wird zu vollkommen neuen Erkenntnisgewinnen durch den Kontextbezug der virtuellen Realität führen.“ Weiterer Nutzen ist bereits aktuelle Realität: Effizienzsteigerung, Arbeitszeiteinsparung und eine hohe Attraktivität für die Generation der „digital natives“.

Bildnachweis: Creatas Video/GettyImages(2), Image Bank Film/GettyImages, Image Bank Film:Signature/GettyImages, Vetta Film/GettyImages(2) PwC(7)

Newsletter abonnieren

Mit dem Newsletter verpassen Sie keine Ausgabe der next: Das Magazin für Vorausdenker

Anmelden
Feedback

Sie möchten uns Feedback zu diesem Beitrag geben? Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung.

Feedback
Diesen Beitrag teilen

Hier können Sie den Beitrag über soziale Medien teilen.

Teilen