Auf einen Blick

Der Weg in die vierte industrielle Revolution – besser bekannt als Industrie 4.0 – erfolgt in der Praxis am besten in kleinen evolutorischen Schritten. Dann können auch beim „Smart Manufactoring“ schnell signifikante Erfolge erzielt werden, wie das Beispiel eines „Plant Information Portals“ beim Maschinenbauer ThyssenKrupp demonstriert. Gemeinsam mit Data-Analytics-Experten von PwC Deutschland hat die von ThyssenKrupp gebildete Business Area „Components Technology (BA CT)“, einer der sechs Geschäftsbereiche des Konzerns mit mehr als 30.000 Mitarbeitern an 80 Standorten weltweit, eine solche digitale Systemarchitektur entwickelt und implementiert.

„Das Plant Information Portal ermöglicht Fachanwendern eine zentrale und harmonisierte Sichtweise auf einheitlich definierte und aggregierte Kennzahlen. Individuelle Zielwerte und erweiterbare Dashboards auf allen Unternehmensebenen erlauben dabei auch die Berücksichtigung lokaler Besonderheiten“, erläutert Michael Bruns, Senior Manager Data & Analytics bei PwC Deutschland, das digitale Management-Tool. „Unternehmen erreichen damit ein neues, nachhaltiges und signifikant höheres operationales Effizienz-Niveau auf Basis einer standardisierten, kosteneffizienten Lösungsarchitektur.“

Zentrales Ziel bei ThyssenKrupp war es, zunächst die an den unterschiedlichsten Orten verfügbaren Informationen und Daten in aktuelle, präzise und aussagekräftige Kennzahlen zu überführen und den Anwendern ein System für eine transparente Kooperation und bessere Managemententscheidungen auf allen Ebenen des Unternehmens zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus sollte das System die strategischen Ziele Informations- und Wissensaustausch, Transparenz und Ausschöpfen von Optimierungspotenzialen durch Benchmarking mit anderen Einheiten unterstützen.

Die schließlich erstellte Business-Reporting-Plattform bietet über ein zentrales Dashboard einen Single-Point-of-Information und wird kontinuierlich durch neue Daten aktualisiert. Neue Rohdaten sind in Nahe-Echtzeit im System sichtbar und wirken sich damit umgehend auf die Schlüsselindikatoren aus. Alle Informationen stehen zudem transparent und zentral zur Verfügung. Die Mitarbeiter können ihren Informationsbedarf selbst über ein entsprechendes Pull-Konzept aus dem Analysetool bedienen. Auf der Grundlage der verfügbaren Daten ist jederzeit ein Benchmarking mit vergleichbaren Unternehmen möglich. Das legt Optimierungspotenziale offen und fördert überdies den sportlichen Wettbewerb zwischen den eigenen Geschäftseinheiten.

Das auf Standard-IT-Lösungen basierende System kann durch die jeweiligen Anwender wie Fachbereiche, Standorte sowie das Operational Excellence Team selbst verwaltet und nahtlos in die bestehende Systemlandschaft integriert werden. Betrieb und Wartung sind ohne zusätzlichen Aufwand aufseiten der IT-Abteilung möglich. Die Umsetzung erfolgte auf der Grundlage einer auf Microsoft-SharePoint- und SQL-Server basierenden Architektur. Nach einer Implementierungsphase von drei Monaten und einer halbjährigen Pilotphase mit acht Business Units erfolgte dann der Rollout auf 50 Produktionsstandorte.

„Das Plant Information Portal ist eine smarte, cloudbasierte Industrie-4.0-Analytics-Plattform, über die auf unterschiedliche analytische Module zugegriffen werden kann. Die verschiedenen integrierbaren Lösungen setzen alle an unterschiedlichen Bereichen der Wertschöpfungskette an, aber immer sehr nahe an der Maschine“, so Michael Bruns. Entscheidender Erfolgsfaktor bei ThyssenKrupp waren neben dem System selbst vor allem die offene Kommunikation im Vorfeld und die intensiven Vorarbeiten zur Definition der einzelnen Schlüsselindikatoren als zentrale Erfolgsfaktoren für die Einführung des Kennzahlensystems und dessen Akzeptanz in der gesamten Business Area, so der PwC-Experte.

Bildnachweis: Creatas Video/GettyImages(2), Image Bank Film/GettyImages, Image Bank Film:Signature/GettyImages, Vetta Film/GettyImages(2) PwC(7)

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