Geschwind mit Wind

Die Energiewende setzt den deutschen Stromkonzernen zu. Erneuerbare statt Kernenergie, das geht nicht von heute auf morgen. Auf den Verfall der Strompreise und den damit verbundenen Gewinneinbruch haben die Versorger unterschiedlich schnell reagiert. EnBW-Chef Frank Mastiaux startete früh: 2011 rief er das Effizienzprogramm „Fokus“ aus, um bis 2014 eine Ergebnisverbesserung von 750 Millionen Euro zu erreichen. Der Rückenwind aus dem Programm treibt ihn an: Weitere 400 Millionen Euro jährlich sollen bis 2020 über das Nachfolgeprojekt „EnBW 2020“ hinzukommen.

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Aufzuräumen gab es eine Menge. Strukturell war EnBW ein schwerfälliger Dino. Bis zu 350 Beteiligungsgesellschaften, darunter 120 voll konsolidierte Töchter, tummelten sich früher unter dem Dach der Holding. Den organisatorischen Rahmen für den Umbau liefert die neue Konzernstruktur. Im Zuge der Verschmelzung der EnBW AG mit fünf Tochtergesellschaften auf eine EnBW am 1. Mai 2014 wurden fünf Einheiten zum Geschäftsfeld Kernenergie und rund ein Fünftel aller Organisationseinheiten gestrichen. Die Zahl der Funktionaleinheiten wurde von 21 auf 9 verringert. Im Rahmen eines vierteljährlichen „Performance Review“ lässt Mastiaux alle Maßnahmen regelmäßig auf ihre Effizienz überprüfen.

Im operativen Geschäft sollen erneuerbare Energien und das Netzgeschäft zu den wichtigsten Einnahmequellen avancieren. CEO Frank Mastiaux hat die Latte hoch gelegt: Bis 2020 soll sich der Anteil Erneuerbarer Energien auf fast 40 Prozent an installierter Anlagenleistung mehr als verdreifachen. Die Hälfte der sieben Milliarden Euro, die EnBW für den Konzernumbau in die Hand nimmt, soll in den Ausbau der Windenergie fließen. Weitere drei Milliarden Euro will der Vorstand in das Netzgeschäft investieren. Damit will sich das Unternehmen zunutze machen, dass es als einziger Versorger in Deutschland noch die Übertragungsnetze für Strom besitzt. Zur Finanzierung des Umbaus bedient sich Mastiaux bei den 5,2 Milliarden Euro an Einnahmen aus Desinvestments, wie dem Verkauf der Beteiligung an Offshore-Windparks.

Bildnachweis: Creatas Video/GettyImages (5), Image Bank Film/GettyImages, PR(24)

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