Knotenpunkte des Welthandels

Über alte und neue Seestraßen will China 65 Staaten in Zentral- und Südost-Asien, der Golfregion, Afrika und Europa zur „21st-Century Maritime Silk Road“ verknüpfen. Die Seidenstraße zur See wird die Einrichtung von großen logistischen Verbindungswegen und den Bau der erforderlichen Infrastruktur in Häfen entlang der Route vorantreiben, die neue spezialisierte Logistikangebote mit sich bringen. So wird gerade der neue Hafen in der pakistanischen Stadt Gwadar von den Chinesen gebaut, in den kommenden fünf Jahren sollen dort 1,6 Milliarden Dollar investiert werden. Auch in Kenias Hafenstadt Mombasa investieren die Chinesen bereits. „Im Hinblick auf die maritime Seidenstraße wird zuerst profitieren, wer Häfen baut und sie ausrüstet“, spricht Wang Jixiang, Vizepräsident des chinesischen Verbandes für Logistiktechnologie und Logistikberater des Handelsministeriums in Peking, dazu Klartext.

<p>Wettbewerb der Häfen: Rotterdam (li.) investiert in die Vormachtstellung in Europa, Colombo (Sri Lanka) zählt zu den größten Häfen Asiens.</p>

Wettbewerb der Häfen: Rotterdam (li.) investiert in die Vormachtstellung in Europa, Colombo (Sri Lanka) zählt zu den größten Häfen Asiens.

„Im Hinblick auf die maritime Seidenstraße wird zuerst profitieren, wer Häfen baut und sie ausrüstet.“

Wang Jixiang, Vizepräsident des chinesischen Verbands für Logistiktechnologie

Zu den künftigen Profiteuren auf deutscher Seite möchte etwa die DHL mit ihrem Bereich Global Forwarding und Freight gehören. Sie baut im griechischen Piräus, einer Freihandelszone, das multimodale Transportangebot für Seefracht und Straßentransport zwischen Europa und Asien, Nordafrika und dem Nahen Osten aus. Aufgrund der geografischen Lage des neuen Drehkreuzes sollen sich die Laufzeiten von Seefrachtsendungen aus Fernost nach Europa und umgekehrt um etwa neun Tage gegenüber der Einbindung anderer europäischer Seefrachthäfen wie Hamburg oder Rotterdam verkürzen.

Im Wettbewerb um künftige Fracht aus Fernost hat der Hamburger Hafen eine Schlüsselposition für Deutschland inne. Die Hansestadt ist bereits einer der führenden Logistikstandorte für chinesische Waren in Europa. 50 Prozent des deutschen Außenhandels mit China werden hier abgewickelt. Rund drei Millionen Standardcontainer wurden im vergangenen Jahr im seeseitigen Außenhandel zwischen Hamburg und China transportiert, fast ein Drittel des gesamten Hamburger Containervolumens. 520 chinesische Unternehmen und Institutionen haben hier ihren Sitz. 18 Liniendienste verbinden Hamburg jede Woche mit chinesischen Häfen. Noch ist nicht klar, wie und in welchem Umfang Hamburg von der maritimen Seidenstraße profitieren kann, sagt Philip Koch, Leiter der Abteilung internationale Projekte und Partnerschaften der IHK Hamburg. „Derzeit beobachten wir das Thema interessiert, da es von chinesischer Seite noch keine konkreten Pläne und Projekte gibt.“ Denn für die Zukunft sei es sehr relevant. Davon ist auch Axel Mattern überzeugt, Vorstand des Hafen Hamburg Marketing e.V.: „Die Vermarktung von fortschrittlichen Konzepten wie Smartport oder der IT-basierten Logistikplattform Portlog kann dazu beitragen, Hamburg als führenden Hafen für Chinaverkehr auch im Rahmen der ‚One Belt, One Road‘-Initiative zu positionieren. Die chinesische Seite sieht viele Anknüpfungspunkte, um den Austausch zu intensivieren und die Netzwerke zwischen Hamburg und China zu festigen.“

Bildnachweis: Mariusz Kluzniak/GettyImages, Huang Xin/GettyImages (2), SM Rafiq Photography/GettyImages, Jim Foley/GettyImages, Andreas Solaro/GettyImages, Serbek/Istockfoto, Frauke Backer, EdStock/Istockfoto,Image Bank Film/GettyImages, Keren Su/GettyImages (4), ly86/Istockfoto, Pierre-Philippe Marcou/GettyImages, Creatas Video/GettyImages (2), Yangzai/Istockfoto, 45RPM/Istockfoto, Jochen Tack/Alamy, Top Photo Corporation/AlamyNatalie Soysa/GettyImages, Image Bank Film/GettyImages, Roland and Sabrina Michaud/akg-Images, NHK Video Bank Premium/GettyImages, Takaki Yajima/Picture-Alliance, ChinaFotoPress/GettyImages, PR(3)

Newsletter abonnieren

Mit dem Newsletter verpassen Sie keine Ausgabe der next: Das Magazin für Vorausdenker

Anmelden
Feedback

Sie möchten uns Feedback zu diesem Beitrag geben? Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung.

Feedback
Diesen Beitrag teilen

Hier können Sie den Beitrag über soziale Medien teilen.

Teilen