Angebote aus der Schatzkiste

Warum geben Autobauer und Zulieferer bei der Fahrzeugvernetzung gerade Vollgas?
Es geht darum, das zukünftige Geschäft nicht allein Datenstaubsaugern wie Google, Apple & Co. zu überlassen. Fahrzeuge werden künftig noch viel mehr Daten auswerten können als heute. Und die Industrie untersucht, welche Angebote sie ihren Kunden mittels dieser Schatzkiste ermöglichen kann.

Abbildung articles/schutzengel-aus-der-cloud/felix-kuhnert.jpg

Um welche Summen geht es?
Nach unserer Einschätzung ist der weltweite Markt der Fahrzeugvernetzung schon heute rund 30 Milliarden Euro schwer. Und wir erwarten, dass er sich bis 2020 etwa vervierfachen wird. Der stärkste Schub kommt durch die Themen „Sicherheit“ und „autonomes Fahren“.

Nicht jeder gibt gern das Lenkrad aus der Hand.
Wir gewöhnen uns doch immer stärker an die Unterstützung, die im Fahrzeug verbaute Sensoren bieten – wie etwa im Assistenten für den toten Winkel oder im Tempomaten, der je nach Abstand zum Vordermann beschleunigt oder bremst. 

Und der Fahrer erhält künftig einen Hinweis, dass er bald an einem netten Lokal vorbeikommt?
Zum Beispiel: Auch Entertainment-Systeme werden künftig über die Cloud gesteuert. Der Fahrer kann dann die Liste bevorzugter Musiktitel unterwegs abrufen. Das Fahrzeugmanagement wird künftig den Verschleiß checken und empfehlen, rechtzeitig eine Werkstatt anzusteuern. Und es wird Hinweise auf freie Parkplätze liefern. Wenn Autos automatisch fahren, wird man auch von unterwegs auf Dateien zurückgreifen können, auch auf solche, die auf dem Server des Arbeitgebers liegen – und im Auto arbeiten.

Was bringt es Fahrern, wenn die von Sensoren in den Autos erhobenen Daten in der Cloud liegen?
Man wird beispielsweise schneller wissen, wo ein Stau zu erwarten ist. Verkehrsleitsysteme können früher Geschwindigkeitsbegrenzungen verhängen. Bei der Routenwahl lässt sich die Verkehrsdichte berücksichtigen.

Werden die Fahrzeughalter die Weitergabe ihrer Daten überhaupt erlauben?
Davon gehe ich fest aus. Auf Google Maps sind heute die meisten Häuser online. Handynutzer geben GPS-Daten über ihre Smartphones bedenkenlos weiter. Die überwiegende Zahl der Konsumenten wird auch künftigen Datennutzungen zustimmen. Es könnten aber auch die Erwartungen an den Gesetzgeber hin-sichtlich Datenschutz und Privatsphäre steigen.

Vernetzte Autos wurden schon gehackt. Was folgt daraus für die Hersteller?
In diesen Fällen droht ein enormer Reputationsverlust und eine Beschädigung der Marke, die gerade für Autohersteller ein extrem hohes Gut ist. Die Konzerne werden also viel Know-how und viel Geld in die Sicherheit ihrer Systeme investieren müssen, wenn Autos künftig ständig online sind. Es darf einfach nicht passieren, dass ein Hacker Gas gibt, das Fahrzeug lenkt oder schlicht die Tür öffnet, um das Auto auszurauben.

Bildnachweis: Creatas Video/GettyImages (2), one80/GettyImages (2), Juffin/Istockfoto, PR

Newsletter abonnieren

Mit dem Newsletter verpassen Sie keine Ausgabe der next: Das Magazin für Vorausdenker

Anmelden
Experten kontaktieren

Sie haben Fragen oder möchten mit einem unserer Experten zu diesem Thema sprechen? Melden Sie sich gerne bei uns.

Kontaktieren
Diesen Beitrag teilen

Hier können Sie den Beitrag über soziale Medien teilen.

Teilen