„Breiter angelegte Ausbildungen“

Viele Unternehmen fürchten die Digitalisierung, weil sie komplette Branchen auf den Kopf stellt. Zu Recht?
In Deutschland lebt die nach Japan zweitälteste Bevölkerung der Welt. Ohne Digitalisierung würden aufgrund des demografischen Wandels im Jahr 2030 rund vier Millionen Arbeitskräfte fehlen. Die Digitalisierung hilft, diese Lücke zu verringern und damit Wohlstand zu sichern. Allerdings müssen Themen wie Datensicherheit, gesetzliche Rahmenbedingungen und internationale Normen intensiv diskutiert werden. Die Digitalisierung aber pauschal als „Jobkiller“ zu bezeichnen, um Ängste und Widerstände heraufzubeschwören, wird keine nachhaltigen Lösungen hervorbringen. Wir brauchen eine sachorientierte Debatte, wie wir die Zukunft meistern. Dann kann die Digitalisierung mehr Segen sein als Fluch.

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Zu welchen Empfehlungen kommt Ihre aktuelle Studie zu diesem Thema?
Die Schaffung wichtiger Rahmenbedingungen sowie gezielte Investitionen sind entscheidende Bausteine, um die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland langfristig zu sichern. Es muss gelingen, intelligente Arbeitsmarktkonzepte zu entwickeln, die die deutsche Wirtschaft dazu befähigen, Wachstum über Innovation zu erzielen. Gleichzeitig können über die Digitalisierung neue Arbeitsplätze entstehen, zum Beispiel durch die Rückverlagerung früherer arbeitsintensiver, heute automatisierter Prozesse in Produktion und Administration nach Deutschland.

Wie sollten Politik und Unternehmen reagieren, um die Schaffung neuer Arbeitsplätze zu ermöglichen?
Wir brauchen zukunftsfähige Aus- und Weiterbildungsangebote, die es den Arbeitnehmern ermöglichen, die durch die Digitalisierung geforderten Qualifikationen zu erreichen oder sogar höherwertige Tätigkeiten zu erbringen. Eine wesentliche Voraussetzung ist es, dass der Staat die Befähigung der Ausbilder fördert. Die Silo- beziehungsweise Expertenausbildung wird sich in dem disruptiven Umfeld der Digitalisierung als nicht mehr zeitgemäß erweisen. Stattdessen sollten breiter angelegte Ausbildungen, Kreativität und selbstständige Problemlösungs­kompetenz gefördert werden.

Bildnachweis: Image Bank Film/GettyImages, Colin Anderson/GettyImages, Boris Austin/GettyImages (2), John Lund/GettyImages, Keijiro Komine/GettyImages, Jasper James/GettyImages, Jorg Greuel/GettyImages, Monty Rakusen/GettyImages, PR (3)

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