In guten Händen

Werte zu schaffen ist für Unternehmer Pflicht, Werte zu erhalten die Kür. Bei der Weitergabe eines Unternehmens in gute Hände steht die Motivation im Vordergrund: Geht es darum, ein bestimmtes Unternehmen zu erhalten? Oder ist das Unternehmen nur Mittel zum Zweck, um Familie, Kinder und Enkelkinder finanziell abzusichern?

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Auch bestimmte Werte lassen sich festschreiben, wie zum Beispiel eine nachhaltige und ökologische Betriebsführung. „Unternehmern stehen viele Wege offen“, weiß Berthold Theuffel-Werhahn, Leiter des Bereichs Stiftungsberatung bei PwC. „Seit vielen Jahren etabliert sind Stiftungen. Ohne Steuersparmodelle zu sein, sind Stiftungen dennoch steuerlich interessant und für die Ewigkeit konzipiert. Viele Unternehmen sind mit Stiftungen in der Vergangenheit sehr erfolgreich gewesen. Wirkungsvoll sind auch ein Beirat mit Vetorecht oder ein Testamentsvollstrecker, an denen nicht vorbei entschieden werden kann oder nur bei qualifizierten Mehrheiten. Auch andere gesellschaftsrechtliche Lösungen bieten sich im Einzelfall an.“ Wichtig ist, dem Verlangen der Erben nach hohen Ausschüttungen aus dem Unternehmen Grenzen zu setzen, damit das Unternehmen weiterhin wirkungsvoll geführt und erhalten werden kann.

Fehlervermeidung ist daher oberstes Gebot. „Ein häufiger und der gravierendste Fehler ist, dass der Unternehmer die nachfolgende Generation bei der Übertragung nicht oder nicht genug in seine Entscheidung einbindet. Die ‚Next Generation‘ wird mit ihrer Verantwortung für das Erbe ganz anders umgehen, wenn sie zuvor gefragt wurde und sich mit den Vorstellungen des Unternehmers hinreichend identifiziert“, so der PwC-Experte. Fehler Nummer zwei: Der Unternehmer sucht eine kostengünstige Lösung oder greift auf den langjährigen Berater zurück. „Unabhängig von Sparzwängen sollte der Unternehmer gute Berater suchen – und neben solchen, die er kennt und die das Unternehmen und die Familie kennen, auch den einen oder anderen, mit dem der Unternehmer noch nicht zu tun hatte. Dieser Dritte kann mit einem unbefangenen Blick von außen eine häufig zu beobachtende Betriebsblindheit überwinden.“

Bildnachweis: Peter Menzel/Agentur Focus (10), PwC (4)

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