Stadt mit Dimmer

In der intelligenten Stadt von morgen lassen sich Energieverbrauch und Verkehrsaufkommen über digital vernetzte Informationssysteme steuern. Der globale Trend zur Urbanisierung untermauert die Notwendigkeit, Strukturen für solche Smart Citys schnell umzusetzen. Wie etwa in Kopenhagen, das in den vergangenen zehn Jahren die weltweite Führung in der Smart-City-Bewegung eingenommen hat. Die dänische Hauptstadt will bis 2025 die erste CO2-neutrale Metropole werden. Darüber hinaus kooperiert Kopenhagen mit zahlreichen internationalen Unternehmen, um eine ökologisch effiziente Infrastruktur aufzubauen.

Ein Beispiel ist der österreichische Leuchtenhersteller Zumtobel, der dort in diesem Frühjahr energiesparende LED-Straßenleuchten für die Hauptverkehrswege installierte. Zugleich läuft ein Pilotprojekt in einem Kopenhagener Stadtteil. Hier wird untersucht, wie sich die Beleuchtung per Computer und Software auf Verkehrswegen sowie in Stadtzentren oder Wohnanlagen je nach Verkehrs- und Personenaufkommen steuern lässt. Fahren etwa nachts nur wenige Autos, wird das Licht energiesparend heruntergedimmt.

„Die Straßenbeleuchtung sorgt heute bestenfalls für effizientes und bedarfsgerechtes Licht. In Smart Citys wird die Laterne zum entscheidenden Infrastrukturelement einer Kommune.“

Gerrit Birkemeyer, Senior Manager und Experte für kommunale Energieversorgung

Untereinander vernetzte LED-Leuchten sind per Lichtmanagementsoftware individuell steuerbar, bei Bedarf in den unterschiedlichsten Beleuchtungsbereichen auch über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Sie können per Computer und Software bestimmen, wo, wann und in welcher Intensität das Licht ein- und ausgeschaltet wird. Punktuell pro Leuchte oder großflächig. Diese „Smartification“ ermöglicht eine komplett bedarfsgerechte und aufeinander abgestimmte Beleuchtung unterschiedlicher urbaner Bereiche: Stadtzentrum, Hauptverkehrsstraßen, Wohnstraßen, Tunnel oder Parks. Mailand hat gerade in Zusammenarbeit mit der Münchner Osram AG zur Expo 2015 als erste italienische Großstadt 140 000 Straßenlaternen auf LEDs mit Lichtsteuerung umgerüstet.

Zukünftige LED-Lösungen in der Stadtbeleuchtung können noch mehr. Sie bieten nicht nur ein großes Energieeinsparungspotenzial, sondern auch neue Dienstleistungen für die Bürger. So kann aus dem Laternenpfahl eine multifunktionale Station werden, die neben der klassischen Beleuchtung mit ihren Sensoren auch als Datenstation dient, den zur Verfügung stehenden Parkraum überwacht und weitermeldet oder die Batterien von Elektroautos auflädt. Das Straßenlicht in Wohngebieten könnte abhängig von der Anzahl oder Geschwindigkeit von Fahrzeugen gesteuert werden.

Die Zukunftsmodelle von Osram gehen noch einen Schritt weiter: Flächendeckendes WLAN im öffentlichen Raum ist kein infrastrukturelles Mammutprojekt mehr. Die neue Generation des Lichtmanagementsystems „Street Light Control“ (SLC) verbindet die Leuchten im Netzwerk auf Basis des Netzwerkstandards IPv6 drahtlos über Funk. Informationen werden von Lichtkopf zu Lichtkopf übertragen und gebündelt über Router ins Internet zur Steuerungszentrale übermittelt. Dieses Funknetzwerk ist überall verfügbar, wo Leuchten stehen, und kann das Rückgrat für völlig neue Leistungen einer Smart City werden. Zum einen für flächendeckende Informationsnetzwerk-Strukturen in Städten. Zum anderen für neue sensorgestützte Services, wie die Meldung freier Parkplätze oder die Messung der Verkehrsdichte, um einzelne Fahrer zum Parkplatz zu navigieren oder Verkehrsströme durch die Stadt zu leiten. Kommunale Dienste lassen sich ebenfalls daran anbinden – etwa wenn Sensoren Füllstände von Mülleimern übermitteln.

Bildnachweis: Oberhäuser/Caro, PwC

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