Auf dem Präsentierteller

Der 12. November 2013 war der zweitgrößte Tag seit Gründung des Berliner Start-ups 6Wunderkinder im August 2010. Damals gelangte der Anbieter der To-Do-App „Wunderlist“ in der Gründerszene zu einer gewissen Berühmtheit, als er in Sequoia Capital einen legendären Risikokapitalgeber aus dem Silicon Valley als Geldgeber anzog und anschließend die Expansion in die USA starten konnte. Den bislang größten Tag der Unternehmensgeschichte markierte unlängst der 2. Juni 2015: Software-Gigant Microsoft kaufte das junge Unternehmen für einen Betrag von rund 200 Millionen Dollar.

Die App Wunderlist erlaubt plattformübergreifend die Verwaltung von Aufgaben und Notizen und steht für iPhones, iPads, Macs, Android, Windows, Kindle Fire und im Browser zur Verfügung. Der zu Microsoft gehörende Sunrise Calendar zeigt bereits seit Ende Mai mit Wunderlist erfasste Aufgaben in der Tagesansicht an.

Seit diesem Coup gilt 6Wunderkinder als das erfolgreichste unter den geschätzt 3.000 Berliner Start-ups. Bereits ein Jahr nach der Gründung hatten die Wunderkinder 4,2 Millionen Dollar bei einer Londoner Investorengruppe um die Investmentgesellschaft Atomico des schwedischen Skype-Mitgründers Niklas Zennström eingesammelt.

<p>In der Wirtschaft nennt man es Win-Win-Situation, …</p>

In der Wirtschaft nennt man es Win-Win-Situation, …

Nur wenigen Start-ups gelingt es derart schnell, mit ausländischen Kapitalgebern ins Geschäft zu kommen. Angesichts einer globalisierten und transparenten Welt ist der Sprung ins Ausland für viele von ihnen eine lukrative Chance – wenn nicht sogar mittlerweile ein Muss –, um sich gegen Wettbewerber durchzusetzen und Marktpotenziale optimal auszuschöpfen. „Dieser Schritt muss jedoch gut vorbereitet sein: Die Jungunternehmer müssen den richtigen Partner für die Finanzierung und für die strategische Umsetzung der Expansionsbestrebungen finden, sich im Markt einen Namen machen und vernetzen“, so Peter Hoffmann, Leiter von PwC’s Accelerator in Berlin.

„70 Prozent der deutschen Gründer haben Schwierigkeiten, weiteres Wachstum über Venture-Capital zu finanzieren“, weiß Florian Nöll, Vorstand im Bundesverband Deutsche Start-ups. „Und wenn es doch mit einer Anschlussfinanzierung klappt, läuft diese im Schnitt nur über ein halbes Jahr, und das Volumen in Deutschland ist deutlich niedriger als in den USA.“ Je früher junge Unternehmen Internationalisierungs-Vorhaben in ihre Strategie mit einbeziehen, desto einfacher ist die Umsetzung und desto größer sind die Erfolgsaussichten sowohl bei der Wachstumsfinanzierung als auch am Markt. „Was im heimischen Markt gut funktioniert, kann auch im Ausland erfolgreich sein – vielleicht aber über einen anderen Weg und mit einer anderen Zielsetzung“, sagt Alaitz Anasagasti, Geschäftsführerin der Internationalisierungs-Agentur Kolibri Kommunikation in Hamburg.

<p>… in der Natur nennt man es Symbiose. Groß und Klein profi­tieren beide von der Zusammen­arbeit.</p>

… in der Natur nennt man es Symbiose. Groß und Klein profi­tieren beide von der Zusammen­arbeit.

In welche Zielländer Start-ups expandieren wollen, hängt von den eigenen Vorlieben, der angebotenen Produktart sowie der individuellen Risikopräferenz ab. Erfahrungsgemäß fokussieren sich besonders die Tech-Start-ups überwiegend auf Märkte in westlichen Ländern. Das ist zwar ein naheliegender, aber nicht immer aus unternehmerischer Sicht zielführender Weg. Start-ups tun gut daran, sich nicht nur auf den europäischen und amerikanischen Markt zu konzentrieren, sondern stattdessen auch Marktanalysen in Schwellenländern durchzuführen. Diesen Schritt legt das enorme Wachstums­potenzial nahe, das in diesen Ländern steckt, wie die aktuelle Studie über Internet-Trends von Mary Meekers zeigt, Partnerin der Venture-Capital-Firma Kleiner Perkins Caufield & Byers aus dem Silicon Valley. Demnach sind beispielsweise unter den 15 Ländern mit den höchsten Nutzerzahlen von mobilen Anwendungen neben den USA und Russland aufstrebende Märkte wie China, Indien, Nigeria, die Philippinen, Brasilien, Mexiko, Ägypten, Kolumbien, Türkei und Vietnam. Vor allem die Internationalisierung der eigenen Software kann Tech-Start-ups in diesen Ländern enormes Geschäftspotenzial und die Chance auf schnelles Wachstum und mehr Umsatz bieten.

Diese Chance auf den richtigen Weg ins internationale Geschäft bietet PwC wachstumsstarken jungen Unternehmen bei der „Local to Global“-Expo am 6. Oktober 2015 in Berlin. Unternehmen, die bereits deutlich aus der Gründungsphase herausgewachsen sind und Markterfolge nachweisen können, zeigen sich von ihrer besten Seite und können wertvolle Kontakte knüpfen – zu Unternehmen, die nach strategischen Partnern Ausschau halten, und Investoren, die Finanzbeteiligungen anstreben.

Teilnehmer, die sich und ihre Geschäftsidee präsentieren, bekommen vielfältige Möglichkeiten, auf sich aufmerksam zu machen. Das Team von PwC’s Accelerator wählt im Vorfeld aus seinem großen Netzwerk an Kontakten die Gesprächspartner aus, die am besten zum jeweiligen Unternehmen passen: Vor der offiziellen Pitching-Runde findet ein Matchmaking mit passenden Investoren und Geschäftspartnern statt, bei dem die jungen Unternehmen auf zahlreiche Geldgeber und potenzielle strategische Partner treffen.

Beim anschließenden Pitch vor Investoren und Unternehmensvertretern präsentieren die Jungunternehmer dann ihren Business Case. „Das steigert die Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit und trägt entscheidend dazu bei, dass die Teilnehmer den idealen Partner für ihr Unternehmen finden“, so Peter Hoffmann. Und falls es nicht sofort mit neuen Partnerschaften klappt, lässt sich zumindest einiges lernen: Das Team von PwC’s Accelerator gibt jedem Teilnehmer ein ausführliches Feedback zu seiner Internationalisierungs-Strategie.

Bildnachweis: Hammerchewer/GettyImages/Flickr, Sean Crane/ GettyImages, Norbert Wu/Minden Pictures, Alexis Rosenfeld/Agentur Focus; PwC

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