Von allem das Beste

Die Gelegenheit, sich zurückzulehnen und das süße Leben zu genießen, hätte Victoria Beckham gleich mehrfach gehabt. Doch für Frauen wie die britische Sängerin, Fußballer-Gattin, Songwriterin, Tänzerin, Geschäftsfrau, Autorin, Gelegenheitsschauspielerin und Designerin wurde der Begriff „Powerfrau“ offenbar erfunden.

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Als Victoria Adams wird sie in ein reiches Elternhaus geboren, ihr Vater Tony fährt sie im Rolls-Royce zur Schule. Schon früh verleiht sie sich selbst den vielsagenden Spitznamen „Posh“. Er ist fortan Programm für alles, was sie anfasst. Der Begriff bedeutet übersetzt: „von allem das Beste“ und stammt aus den alten Zeiten der Luxusliner. P.O.S.H. stand für „Port Out, Starboard Home“. Damit waren die luxuriösesten Kabinen an Bord gemeint, die während der Fahrt der gleißenden Sonne abgewandt waren.

Victoria wusste sehr früh: Ich will ein Star werden. Als fünf Mädchen für eine Band gesucht wurden, bewarb sie sich. Die Spice Girls (1994–2000) wurden eine der erfolgreichsten Frauen-Bands der Popgeschichte. Als der Erfolg irgendwann zurückging und jedes Girl eigene Wege ging, hatte sich die zierliche Frau längst David Beckham als Ehemann geangelt, das wohl größte und bestaussehendste Fußballtalent, das England je hatte. Inzwischen hat das Paar vier Kinder.

Von „Posh“ Spice entwickelte sich Victoria zielstrebig zur Trendsetterin und Fashion-Ikone mit Kleidergröße 0. Ihrem Spitznamen bleibt sie dabei treu: Der rote Teppich wird ihr Revier, ihr Stil ist edel, extravagant und teuer. Sie gründet ihr eigenes Label, DVB Style, bringt Handtaschen, aber auch Parfums und Düfte auf den Markt wie „Intimately Beckham“ und profitiert so auch vom Namen ihres weltbekannten Gatten.

Selbst harsche Kritik lässt sie offenbar noch stärker werden: Anfang Januar 2008 wurde sie vom Stilkritiker Richard Blackwell noch zur am schlechtesten gekleideten Frau 2007 gekürt. Doch im selben Jahr ist die Januar-Ausgabe der amerikanischen „Elle“ mit Victoria Beckham auf dem Cover die verkaufsstärkste Ausgabe des gesamten Jahrgangs.

Aber schöne Kleider allein begründen noch kein Mode-Imperium. Eine gute Geschäftsplanung und stimmige Marketingstrategie sind für den Erfolg ebenso wichtig wie das Design. Victoria Beckham beherrscht all diese Disziplinen wie früher die Bühne: Das „Glamour“-Magazin zeichnet die Stilikone 2013 zur „Frau des Jahrzehnts“ aus. Im Oktober 2014 setzt das Wirtschaftsmagazin „Management Today“ sie auf Platz eins der 100 erfolgreichsten britischen Unternehmer 2014 – und damit vor 85 Herren der Schöpfung. Die 41-Jährige, die erst vor Kurzem ihren neuen Flagship-Store in London eröffnete, konnte ihren Umsatz in den vergangenen fünf Jahren von 1,4 Millionen Euro auf mehr als 38 Millionen Euro steigern. Mit drei Angestellten gestartet, schafft das DVB-Mode-Imperium inzwischen Arbeitsplätze für 100 Menschen. „Victoria Beckham ist der lebende Beweis dafür, dass Prominenz die vielleicht am besten sich vermarktende Ware der Welt ist“, schrieb „Management Today“ und schätzte ihr Vermögen auf rund 266 Millionen Euro.

Bildnachweis: Bertrand Rindoff Petroff/GettyImages, Robert Fairer/laif, Martin Lengemann/laif, Andrew Crowley/Picture Press, Venturelli/GettyImages, Christopher Polk/GettyImages

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