Interview

„Wir müssen das Vergessen lernen“

Wie viel Mensch verträgt die Zukunft?“, lautet der Titel von Jánszkys neuestem Buch. Darin beschäftigt er sich mit der Koexistenz von menschlicher und künstlicher Intelligenz im Jahr 2030. Bis dahin wird KI in zahlreichen Produkten und Dienstleistungen stecken und unser Leben erleichtern. Um international in diesen Branchen mithalten zu können, fordert Jánszky ein radikales Umdenken.

Sie müssen ihre Mitarbeiter darauf vorbereiten, dass sie Dinge, die sie gelernt haben, und die lange Jahre richtig waren, vergessen müssen.

2bAHEAD hat sich in einem WG-artigen Loft auf dem Fabrikgelände der ehemaligen Leipziger „Spinnerei“ einquartiert. Überall an den Wänden und auf Screens ist man mit den Gurus des digitalen Zeitalters konfrontiert. Etwa mit Sprüchen von Tesla-Gründer Elon Musk: „Welches Projekt möchtest du realisieren, wenn du 10-mal mehr Ressourcen in Form von Zeit, Geld und Arbeitskraft hättest?“

Parallel zur Unternehmensstruktur kann man geschützte Räume schaffen, die nicht nach den Regeln der Wasserfallhierarchie arbeiten.

Selbst auf der Toilette sollen sich die – überwiegend jungen – Mitarbeiter des Thinktanks noch Gedanken über die Zukunft machen. Auf gelben Post-it-Zetteln können sie Ideen hinterlassen, wie das Büro nachhaltiger organisiert werden kann.

Um das Jahr 2045 herum wird sich eine universelle KI entwickeln, die der Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns entspricht.

Jánszky selbst ist nahezu rast- und ruhelos zwischen Deutschland, China und den USA unterwegs, um Vorträge zu halten, Kunden zu beraten und neue Inspirationen aufzusaugen. Einmal im Jahr besteigt er zusammen mit 250 Innovationschefs großer Unternehmen den 5895 Meter hohen Kilimandscharo in Tansania, um „gemeinsam vom Dach Afrikas auf die Welt zu schauen“ und dabei neue Strategien und Sichtweisen auf das Business der Zukunft zu gewinnen. 

Selbstlernende Systeme beeinflusst man über die eingegeben Daten. Tun das nur noch Chinesen mit ihren Daten, dann würde die KI deren Kultur annehmen.

Sven Gábor Jánszky (46) startete seine Karriere zunächst als ARD-Journalist. Mehr lesen »

Sven Gábor Jánszky (46) startete seine Karriere zunächst als ARD-Journalist. Doch das Korsett der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt war ihm zu eng, und er gründete sein eigenes Start-up. Als Trend- und Zukunftsforscher findet er Gehör bei Politik und Wirtschaft. An der privaten Karlshochschule International University in Karlsruhe lehrt Jánszky Leadership Studies. Weniger lesen »

Bildnachweis: © Timo Schmidt

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