Liebe Leserinnen
und Leser

Citius, altius, fortius – steht im Lateinischen für „Schneller, höher, stärker“ und ist nicht nur das Motto der Olympischen Spiele, sondern beschreibt das Leitbild einer von Geschwindigkeiten und Superlativen geprägten Zeit.

Diese Ausgabe der next: widmet sich deshalb dem Thema „Speed“ – und damit der Rasanz, in der sich unsere Gesell­schaft weiterentwickelt und sich neue Generationen zu Hause fühlen, Technologien einander ablösen und Visionen von morgen zur Realität von gestern werden.

Disruption ist der letzte Schrei in der Geschäftswelt. Für die einen Verheißung und Vorfreude auf das „next big thing“ – erwartet voller Neugier und Spannung auf nie Dagewesenes. Für die anderen ein Gespenst, das sein Unwesen treibt – gefürchtet angesichts der erwarteten Umbrüche in Wirtschaft und Gesellschaft. Der Frage „Was kommt?“ gehen unsere Autoren in dieser Ausgabe nach. Wenn sich Wirtschaft und Gesellschaft nie wieder so langsam verändern wie heute, sondern exponentiell noch weiter Fahrt aufnehmen: Schrauben die „Rennfahrer“ von heute etwa bereits daran, schon bald selbst auf der Strecke zu bleiben?

Wo die Sprengkraft in der Blockchain-Technologie liegt, wie künstliche Intelligenz die Gesundheitsversorgung revolutionieren kann, aber auch wie die Schattenseiten des Fortschritts in Form von Hackerangriffen und Datenklau aussehen, lesen Sie in dieser Ausgabe.

Und wo bleibt der Mensch bei all der Schnelligkeit? Der Arbeitswissenschaftler Professor Christian Scholz warnt vor den Gefahren, die von flexiblen Arbeitsmodellen, Work-Life-Blending oder auch Desk Sharing ausgehen können.

Ich persönlich teile die Befürchtungen nicht. Und die meisten unserer Mitarbeiter ebenso wenig. PwC zählt zu einer wachsenden Anzahl von Unternehmen, die Flexibilität und Offenheit fördern und sich aktiv dafür einsetzen, dass Mitarbeiter ihre Arbeit an ihre eigenen Lebensentwürfe anpassen können. Wir schätzen diese individuellen Gestaltungsmöglichkeiten von Arbeit, die dank des technologischen Fortschritts noch nie so groß waren wie heute. Wir experimentieren, suchen individuelle Lösungen und streben danach, Mitarbeitern für jede Arbeitssituation bestmögliche Bedingungen zu bieten.

Gleichwohl sind Professor Scholz und ich uns in einem zentralen Punkt einig: Die neuen Möglichkeiten können sich nur dann positiv entfalten, wenn der technologische Fortschritt den Menschen unterstützt und entlastet – und nicht maschinell optimiert. Ich bin sicher, dass uns das durch den regelmäßigen Diskurs mit unseren Mitarbeitern und durch eine starke Feedback-Kultur im Unternehmen auch in Zukunft gelingen wird.

Neugierig bin ich auf Ihre Sicht – nicht nur auf das letzt­ge­nannte Thema. Deshalb würde ich mich freuen, wenn Sie sich trotz all der Rasanz die Zeit gönnen, um in den folgenden Beiträgen in Ruhe mit uns einen Blick in die High-Speed-Zukunft zu werfen.

Lassen Sie sich von der Lektüre inspirieren!

Herzlichst

Norbert Winkeljohann