Wenn Sie das Neue an der neuen Arbeitswelt auf einen Begriff bringen sollten – welcher wäre das? Kollaboration. Das gemeinsame Arbeiten bekommt einen weitaus höheren Stellenwert, und das nicht nur innerhalb von Silos, sondern weit darüber hinaus. Es gibt zwar Unterschiede zwischen analogem und digitalem Kontext, aber das Prinzip bleibt das gleiche. Die nächste Generation, die ins Berufsleben drängt, wir nennen sie „digital native collaborator“, hat es längst in sozialen Medien praktiziert – und wird es mit zur Arbeit bringen.

Und was ist mit den übrigen Beschäftigten? Wie passt das Kollaborationsprinzip für die Älteren, wie für die Industriearbeiter, wie für die Buchhalter? Es passt für alle – wenn auch mit unterschiedlichen Profilen. Ein Schwerpunkt liegt sicherlich auf den kommunikativen und innovativen Arbeitsbereichen, aber die gibt es ja in jedem Job. Wir sehen eine Entwicklung hin zu „T-shaped profiles“:

Der senkrechte Strich des T steht für die weiterhin benötigten Kenntnisse in der eigenen Disziplin, der waagrechte Balken für die übergreifenden Kompetenzen.

Funktioniert dieser Ansatz nur für Start-ups, Kleinunternehmen und Was-mit-Medien-Agenturen – oder auch für Großkonzerne? Warum nicht? Organisation und Arbeitsmethoden in Großunternehmen haben sich in den vergangenen hundert Jahren ja bereits mehrfach radikal verändert. Sicherlich gibt es die Befürchtung, dass ein Wandel negative Folgen haben könnte, aber das darf doch nicht so weit führen, dass man aus Angst überhaupt nichts probiert. Ausprobieren kann jeder: Ein Test mit ein paar Hundert Beschäftigten wird wertvolle Erkenntnisse bringen, welche neue Methoden im eigenen Kontext funktionieren, und welche eben nicht. Zum Lernen gehören immer nicht nur Erfolge, sondern auch Misserfolge.